„in reinlichen Windeln das himmlische Kind…“ – Liebe alte Weihnachtslieder unter die Lupe genommen

Weihnachten ist bekanntlich das Fest mit den meisten Traditionen. In meiner Familie z. B. ist es bis heute Tradition, während der Bescherung zu singen. Weil mein Bruder und ich aber keine Lust hatten, soo lange auf die Geschenke warten zu müssen, wurden vom Familienrat sechs Lieder festgelegt, die in einer bestimmten Reihenfolge „abgesungen“ werden.

Das vierte Lied ist „Ihr Kinderlein kommet“. Einmal bin ich, wegen des Denkfehlers, dass die Landstraße eher geräumt wird, als die Autobahn, ziemlich spät bei meinen Eltern in der Heimat angekommen. Mein Vater meinte dann während der Bescherung, dass er das Lied „Ihr Kinderlein kommet“ schon die ganze Zeit singen würde.

Jedes Mal, wenn wir an die Stelle kommen „ in reinlichen Windeln das himmlische Kind…“, muss ich mir ein Lachen verkneifen. Ich frage mich nämlich, wie lange die Windeln vom Kind wohl reinlich waren?

Irgendwie ist mir so manche Krippendarstellung zu steril. Alle Figuren stehen ordentlich an ihrem Platz. Hirten und Könige stehen anbetend davor, Ochs und Esel sind gestriegelt, die Schafe sind alle wollweiss und das Kind hat eben reinliche Windeln.

Da sind mir die italienischen Krippen lieber: Der Stall steht inmitten von einem typischen italienischen Dorf. Die Marktfrauen tratschen, der Pizzabäcker holt gerade eine Pizza aus dem Ofen und nebenan werden die Hühner gefüttert. In bestimmten Gegenden gibt es noch eine kleine Figur, die unauffällig, irgendwo am Rand steht: der Caganer – das „Scheisserle“. Das ist eine Figur mit heruntergelassenen Hosen, die gerade ihren Darm entleert. Man weiß nicht so genau, wie diese Figur ihren Weg zur Krippe fand, aber für mich ist es genau das: der Toilettengang gehört ganz natürlich zum Leben dazu. Jesus ist genau in dieses normale Leben hinein geboren, mit normalen Menschen und natürlichen Bedürfnissen. Maria war nicht besonders heilig. Sie hat nicht leise geniest und das Kind war da. Nein, sie hatte Schmerzen bei der Geburt und vielleicht hat sie ihren Josef auch wüst beschimpft. (Habe gehört, dass das auch im Kreißsaal vorkommt.) Sehr wahrscheinlich hat sie geschrien und ihr Kleid war danach sicher blutverschmiert. In dieses Leben ist Christus hineingeboren. Er hat alles Irdische auf sich genommen und alle himmlische Herrlichkeit abgelegt. Wofür hat er das getan? Er tat es, weil sein himmlischer Vater schon sehr lange ruft „Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all!“ Gott sehnt sich nach dir! Er möchte derjenige sein, der dich durch dein Leben leitet. Er hat seinen Sohn geschickt, damit du zu ihm kommen kannst. Er möchte mittendrin in deinem Leben sein. Egal, ob du gerade mit deiner Freundin tratschst, deinen Hund fütterst, Pizza bestellst oder eben das Leben als besch…eiden empfindest. Komm zu ihm, er wartet auf dich. Komm heute noch! – Amen.

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„Ist auch mir zur Seite, still und unerkannt…“ – Liebe alte Weihnachtslieder unter die Lupe genommen

1-liedWeihnachten ist bekanntlich das Fest mit den meisten Traditionen. In meiner Familie z. B. ist es bis heute Tradition, während der Bescherung zu singen. Weil mein Bruder und ich aber keine Lust hatten, soo lange auf die Geschenke warten zu müssen, wurden vom Familienrat sechs Lieder festgelegt, die in einer bestimmten Reihenfolge „abgesungen“ werden. Meine Mutter singt die zweite Stimme, ich halte mit meiner Altstimme dagegen und mein Vater brummt den Bass – zumindest das, was er für den Bass hält. Das erste Lied, das angestimmt wird, ist „Alle Jahre wieder“. So sehr ich es gerne singe, macht mich doch der Text ein wenig traurig. „Ist mir auch zur Seite, still und unerkannt, das es (das Christuskind) treu mich leite, an der lieben Hand.“ – Genau das ist das Missverständnis der heutigen Zeit: Christus möchte weder still und schon gar nicht unerkannt an deiner Seite stehen! Er möchte, dass du ihn erkennst, dass du ihn kennen lernst. Ja, Christus möchte dich leiten! Er möchte der Herr deines Lebens sein! Aber was hier der Liedtext vermittelt, ist eher das Leiten durch einen Unbekannten. Als würden wir blind durch das Leben stolpern und ein Unbekannter schubst und zerrt uns in die richtige Richtung und am Ende des Lebens erkennen wir, dass uns jemand um die schlimmsten „Pfützen“ umgelenkt und an den größten Steinen vorbeigeführt hat. Aber ist das die Leitung, die wir brauchen und nach der wir uns insgeheim sehnen? Wäre es nicht viel schöner, jemanden an der Seite zu haben, den ich persönlich kenne und vertraue? Jemanden, der mich nicht nur um die Pfützen führt, sondern der mit mir zusammen durch jede Pfütze geht? Der selbst bis zum Knie im Wasser steht, damit ich nicht den Halt verliere? Dieser Jemand ist Jesus Christus. Er möchte dich leiten und dir ein erfülltes Leben schenken. Jetzt in der Adventszeit wird oft gesagt, dass Advent „Ankunft“ bedeutet, weil in dieser Zeit die Christen auf die Ankunft ihres Herrn warten. Doch es ist auch umgekehrt: Gott wartet auf deine Ankunft! Er wartet sehnsüchtig auf dich! Er möchte dir neues Leben schenken und an deiner Seite sein. ER ist derjenige, der dich „treu leiten“ möchte. Komm zu ihm! Heute! – Amen.

„… diesem einen will ich folgen. Diesen einen will ich König nennen.“ (Balin über Thorin Eichenschild im Film „Der Hobbit. Eine unerwartete Reise“)

Ein Zwerg erzählt, wie er in einer gewaltigen Schlacht einen tapferen Kämpfer sieht. Nur mit einem Eichenstamm als Schild geht er auf den übermächtig scheinenden Feind los und bringt ihm eine schwere Wunde bei.

In Zeitlupe dreht sich der Held um, es ertönt heroische Musik und der alte Zwerg erzählt weiter, dass er an dem Tag beschlossen hat „… diesem einen will ich folgen. Diesen einen will ich König nennen.“

In der heutigen Zeit ist Monarchie ein Auslaufmodell. Es gibt sie noch die Könige. Aber das, was sie sagen und tun, füllt nur die Regenbogenpresse. Auf die erste Seite der großen Tageszeitungen schaffen sie es nicht. Schlagzeilen wie „Königin Elisabeth verhindert Brexit!“ oder „ König Haakon erfolgreich bei Friedensverhandlungen!“ werden wir nicht lesen. Wir, die modernen und aufgeklärten Menschen lassen uns nicht mehr regieren, schon gar nicht von einem König. Den Regierenden weht ein scharfer Wind entgegen, einen Stinkefinger gegen Merkel hier, einen deftigen Post gegen Trump da. Keine Macht keinem! Wir merken gar nicht, dass wir uns längst andere Majestäten gekrönt haben. Freiwillig gehen Kinder und Jugendliche zu dem ungnädigen König Dieter Bohlen und singen ihm vor. Sie beugen sich seinem harten Urteil und das anwesende Publikum johlt. „Wie kann dieser Dilettant es wagen, vor seiner Majestät dem König zu erscheinen?“. Junge hübsche Mädchen gehen freiwillig zur unbarmherzigen Königin Heidi Klum und glauben ihr, dass sie zu dick sind. Das Volk klatscht. „Wie kann denn diese Fette es wagen, vor der Königin zu erscheinen?“ Doch wenn wir dahinter schauen, merken wir schnell, dass die Legitimation dieser Majestäten kaum Bestand hat. Ihre Heldentaten bestehen darin, dass sie es geschafft haben, berühmt zu sein. Sie haben ihr Talent genutzt, ja, aber sie setzen es nicht ein, um anderen damit zu helfen. Von Dieter Bohlen habe ich noch nicht gehört, dass er einen Verein gegründet hat, der dazu dient, dass das Selbstbewusstsein von Kindern mittels Gesangsunterricht gefördert wird. Heidi Klum setzt sich nicht dafür ein, dass z. B. Menschen mit körperlichen Defiziten ihre eigene Schönheit entdecken. (Ist mir zumindest nicht bekannt.)

Menschen krönen also andere zu Königen, die ihnen anschließend klar machen, dass sie, die sie nicht die Idealmaße haben und nicht singen können, nichts wert sind. Doch sie sehen nicht, dass diese Könige sich nicht für sie einsetzen, nichts für sie tun.

Dann gibt es noch einen anderen König. Er reitet auf einem Esel und ist mit einer Dornenkrone gekrönt. Er hätte die Macht gehabt, Menschen zu befehlen, ihn anzubeten. Doch er entschied sich, sie zu lieben. Er starb für sie, für mich. Er tat es für mich. Er befreite mich von meiner Sünde. Es ist Jesus, mein Christus.

Über ihn sage ich mit Balins Worten „… diesem einen will ich folgen. Diesen einen will ich König nennen!“ Amen!

Bist du gefährlich?

Heute in der Predigt erwähnte der Pastor eine repräsentative Umfrage, nach der jeder vierte Christ in Deutschland nicht mehr in die Kirche/ Gemeinde gehen möchte, aus Angst vor Terroranschlägen.
Nun mag man von repräsentativen Umfragen halten, was man will, aber mir schoss eine Frage in den Kopf: Bin ich in meiner Gemeinde sicher? Inzwischen ist es ja leider so, dass Terroristen wahllos zuschlagen. Aber große Anschlagsziele werden immer noch nach ihrer Medienwirksamkeit und nach Gefährlichkeit nach Ansicht der Täter ausgesucht. Gemeinden, die sich nur sonntags zum Gottesdienst treffen, von deren Existenz die Leute in nächster Nachbarschaft nichts wissen, sind in den Augen von Fanatikern harmlos. Ein Anschlag würde den Bekanntheitsgrad der Gemeinde vorübergehend steigern, aber die mediale Betroffenheit wäre nicht groß. Christen und Gemeinden dagegen, die sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen und ihren Glauben leben z. B. durch Obdachlosenarbeit, Arbeit mit Prostituierten oder andere diakonische Projekte, sind aus der Sicht von Terroristen gefährlich.
Bist du Mitglied einer gefährlichen Gemeinde? Bist du gefährlich?
Wenn man diese Frage mit „Nein!“ beantwortet, kann man sich entspannt zurücklehnen. Ein Undercover-Christ bzw. eine Undercover-Gemeinde ist nicht in großer Gefahr, Opfer eines Anschlags zu werden. Er bzw. sie ist saved. Doch nach kurzer Zeit kommt ein mulmiges Gefühl auf: ein Christ, der seinen Glauben nicht bekennt, mag in diesem Leben sicher sein, muss sich aber fragen, ob er im Jenseits auch „saved“ ist. Im Schreiben an die Gemeinde in Philadelphia heißt es: „Ich weiß, wie du lebst und was du tust; ich weiß, dass du weder kalt noch warm bist. Wenn du doch das eine oder das andere wärst! Aber weil du weder warm noch kalt bist, sondern lauwarm, werde ich dich aus meinem Mund ausspucken.“ (Offenbarung 3, 15+16, NGÜ) Hier spricht es Jesus ganz deutlich aus: Entweder du bist im Diesseits gefährlich und damit selbst in Gefahr und dafür im Jenseits bei Jesus und damit in Sicherheit oder umgekehrt. Beides geht nicht!

Die Fleischtöpfe Ägyptens

Als die Hebräer auf dem Weg ins Gelobte Land in der Wüste wanderten, beklagten sie sich bei Mose „Wären wir doch im Land Ägypten gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und Brot in Fülle zu essen hatten! Denn ihr habt uns in diese Wüste hinausgeführt, um diese ganze Gemeinde verhungern zu lassen!“ (2. Mose 16, 3) Doch wonach sehnten sich die Hebräer zurück? Was genau waren denn die Fleischtöpfe Ägyptens?

Von Grabdarstellungen wissen wir, dass oft Rinder verzehrt wurden. So gibt es ein eindrückliches Modell einer Schlachtszene aus der Zeit des Mittleren Reiches ( ca. 2050 bis 1790 v. Chr.). Auch Modelle bei denen das Rupfen einer Gans bzw. das Braten einer Ente dargestellt sind, geben Aufschluss über den Speiseplan. Schaf und Ziege landeten ebenfalls auf dem Tisch. Ergänzt wurde das mit Datteln und Feigen und einem guten

Das möchte ich daraus lernen. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich gerade in einer Wüste bin, dann möchte ich mich selbst fragen, ob das Vergangene wirklich so gut war, wie es mir in Erinnerung ist. Ein Faktencheck ist oft hilfreich. Dann entpuppt sich mancher Fleischtopf zu Brot und Bier. Was auch immer mein Ägypten ist, Gott führt mich nicht nur da raus, sondern auch durch die Wüste ins verheißenes Land.

„Wir sind die Guten, nicht die Netten!“

Auf dem Tolkien -Thing habe ich auch beim Rollenspiel mitgemacht. Da saßen wir also um einen Tisch mit Papier und Stift und ließen uns vom Spielleiter in ein Abenteuer führen.  Im Laufe des Nachmittags erzählte uns der Spielleiter von einer Spielrunde, in der die Mitspieler entschieden, ein ganzes Dorf nieder zu brennen. Das Dorf hatte die Gruppe verraten.  – Es sei noch angemerkt, dass das Abenteuer nur in den Köpfen stattfand. Es gibt weder das Dorf, noch wurde gezündelt. –  Es wurde gesagt „Wir sind die Guten, nicht die Netten!“

Dieser Satz machte mich nachdenklich. Manchmal habe ich das Gefühl, Christ – sein wird mit nett- sein verwechselt. Da wird abgewiegelt, dass man ja nicht missionieren möchte und man nickt dazu, wenn behauptet wird, dass wir ja alle irgendwie an den gleichen Gott glauben. Wenn das Kind zu seinen Spielkameraden sagt, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie nicht an Jesus glauben, beschwichtigt die Mutter mit hochrotem Kopf und stellt es „richtig“. Auch in den Gemeinden scheint es eine Kultur der Nettigkeit zu geben. Statt auch mal etwas zu wagen, werden Events nicht durchgeführt, weil jemand aus der Gemeinde verletzt sein könnte. Warum sind wir Christen so zahnlos? Wir werden sowieso, so denke ich, in nicht allzu ferner Zukunft Stellung beziehen müssen. Entweder, weil Terroristen uns  mit geladener Waffe fragen „Bist du Christ?“ oder weil wir der Gesellschaft nicht mehr zu Munde reden können. Jesus war nicht nett! Er hat den reichen Jüngling ( Lukas 18, 18 – 27) gehen lassen! Er ist ihm nicht hinterhergerannt und hat gesagt „Weißt du, wir können ja noch einmal darüber reden. Du musst ja auch nicht gleich alles verkaufen. Vielleicht doch nur 30 % und mir nachfolgen musst du auch nicht. Ich komme dich ab und zu mal besuchen. Und wenn du mich und meine Jünger aufnimmst, dann reicht das erst mal. Ist das ok für dich?“

Er hat auch nicht mit den Geldwechslern diskutiert.(Matthäus 21, 12 und 13) Er hat ihre Tische umgeworfen und sie rausgeworfen. Die Geldwechsler waren diejenigen, die mit ihrem Service es den gläubigen Juden ermöglichten, die vorgeschriebenen Opfer zu bringen. Sie machten ihren Job! Jesus hatte keine Angst, dass er sie verletzen könnte! Er war gekommen, um die Menschen mit Gott zu versöhnen, nicht, um nett zu sein!

Als ich mit meinem alten Pfarrer und seiner Frau darüber sprach, sagte ich, dass ich den Satz gerne ändern würde in „Wir sind die Gerechten, nicht die Netten!“ Darauf meinte seine Frau nachdenklich „Vielleicht ist es genau das : Weil wir gerecht sind, müssen wir nicht nett sein!“ – Ich denke, sie hat Recht. Wenn es darum geht, zu unserem Glauben zu stehen, dann sollten wir nicht „nett“ sein , weil wir Andere nicht verletzen wollen. Wir sind die Gerechten, nicht die Netten!

 

„Du kommst nicht vorbei!“ – Was wir Christen von Gandalf lernen können

 

Vor kurzem war ich auf dem Tolkien Thing – dem Treffen der Deutschen Tolkien Gesellschaft und habe mit anderen „Herr der Ringe“ -Fans ein schönes Wochenende erlebt. Heute fiel mir der Autoaufkleber, den ich dort gekauft habe in die Hände : „You shall not pass!“ – Du kommst nicht vorbei! Das ist ein Zitat aus dem ersten Film der „Herr der Ringe“ – Triologie. Gandalf, augenscheinlich ein alter Mann, sieht sich einer bösen personifizierten Macht gegenüber und spricht diesen Satz aus „Du kommst nicht vorbei!“. Gandalf wird von vielen Bewohnern Mittelerdes ( der Welt, in der „Herr der Ringe“ spielt) unterschätzt. Er ist der graue Wanderer, sicherlich alt und weise, aber eigentlich harmlos. Für die fröhlichen und kindlichen Wesen dieser Welt, Hobbits genannt, ist er der Gutmütige, der wunderschöne Feuerwerke zu ihren Festen beisteuert. Und jetzt steht dieser Gutmütige in höchster Gefahr vor dem Bösem und ruft laut und bestimmt „Du kommst nicht vorbei!“ Nachdem es vorübergehend so aussah, als ob er unterliegt, wird später klar, dass er diesen Feind besiegt hat und in die „tiefste Tiefe“ geschleudert hat.
Mir als Fantasy – Fan wird manchmal vorgeworfen, dass ich mich in meine eigene Welt verkrieche, weil die reale mir zu trist ist. Natürlich ist es verlockend, sich in Mittelerde hineinzuträumen. Einmal Heldin sein, das Schwert schwingen, für das Gute kämpfen, Gefangene befreien – wer will das nicht? Das habe ich aber nicht nötig. Ich muss nicht davon träumen, dass ich Gandalfine bin. Ich bin Christ. Ich habe Vollmacht! Ich habe nicht nur ein Schwert, sondern eine ganze Waffenrüstung zur Verfügung! ( Epheser 6, 14-17) Ich muss nicht im Traum Fantasy – Monster besiegen. Ich habe als Christ das Recht und die Pflicht geistliche Kämpfe zu führen, Ketten zu lösen und Gefangene in die Freiheit Christi zu führen. Mag ja sein, dass ich für die Menschen die Gutmütige bin, die Basteltante für die Kids.
Aber ich habe von Gott Vollmacht verliehen bekommen. Deswegen kann ich mich hinstellen und Satan sagen „Du kommst nicht vorbei!“

A broken Hallelujah

Vor einigen Jahren hörte ich mir mein absolutes Lieblingsmusikwerk in der Petrikirche Hamburg: den Messias von Händel. Nach englischer Sitte standen wir beim großen Hallelujah auf – und mir kamen die Tränen! Diese gewaltigen Klänge berührten mein Herz. Ein großes Gotteslob, „And He shall reign for ever and ever“. – “Und er regiert für immer und ewig.” Was kann es Schöneres geben, als Gott zu loben?

Es gibt aber auch ein moderneres Lied: „Hallelujah“ von Leonard Cohen:

„Now I’ve heard there was a secret chord
That David played, and it pleased the Lord
But you dont really care for music, do you?
It goes like this, the fourth, the fifth
The minor falls, the major lifts
The baffled king composing Hallelujah” – oft gecovert, in vielen Filmen verwendet. Hier ist von zwei Beziehungen die Rede: die kaputte Beziehung zu seiner Freundin bzw. Ex-Freundin und die Beziehung zu seinem Gott. Denn im Refrain heißt es „Hallelujah“. “Its a cold and its a broken Hallelujah.” – Es ist ein kaltes und es ist ein gebrochenes Halleluja. Aber es ist ein Halleluja. Cohen spricht zum Ende seines Lieds davon, dass er, so übersetze ich, vor Gott stehen wird, mit nichts auf der Zunge, als ein Halleluja.

Es ist eine tiefe Erfahrung des Menschen: Beziehungen, in die man große Hoffnungen setzte, zerbrechen, Lebenslügen werden einem bewusst, es tut weh, vor sich selbst zugeben zu müssen, dass man sich etwas schön geredet hat. Oder Dinge, die selbstverständlich schienen, gibt es plötzlich nicht mehr. Jeder hat schon Enttäuschungen und schlimme Erfahrungen durchlitten. Wie sieht es dann aus? Soll dann Gott immer noch für immer und ewig regieren? Oder möchte ich nicht lieber das kurz mal alleine regeln? Es fällt mir schwer, dann Gott nicht das Zepter aus der Hand nehmen zu wollen. Doch ich bete, dass er mir die Kraft gibt, selbst in den dunkelsten Stunden meines Lebens ein Halleluja auf den Lippen zu haben. Vielleicht nur ein gebrochenes Halleluja, aber immer noch ein Halleluja. Amen!

Wieder zu Hause

Da stehst du nun. Deine Hose zerrissen, die Knie aufgeschlagen. Einen Schuh verloren im tiefen Morast, in dem du stecktest. Deine Haare verfilzt, dein Gesicht starrt vor Dreck. Dein Vater steht vor dir. Seine Schuhe und Hosen sind auch schmutzig von dem Schlamm, aus dem er dich rausholte. Tränen laufen dir über die Wangen und hinterlassen saubere Streifen im Dreck. Du möchtest ihm sagen, dass es dir Leid tut, dass du es nie wieder tun wirst, dass du ab jetzt auf ihn hören wirst. Doch du bringst kein Wort heraus. Du schämst dich zu sehr. Dein Vater beugt sich zu dir herunter und nimmt dich in den Arm. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Hemmungslos fängst du an zu weinen, birgst dein Gesicht an seiner Brust. Dein Vater streichelt deinen Rücken. Du siehst nicht, dass er selbst ein wenig weint.

Er hat sich gesorgt um dich. Als er dich nicht mehr im Garten gesehen hat, ist er losgerannt. Er wollte nicht, dass du gehst. Er hat dir gesagt, dass die Kiesgrube gefährlich ist und du da nicht hingehen sollst. Einen kompletten Spielplatz hat er für dich gebaut: einen Sandkasten, eine Schaukel und sogar eine Rutsche. Doch das war dir nicht genug. Der Bretterzaun und die Kiesgrube dahinter waren sehr verlockend für dich. Nach einem langen Regen bist du losgegangen. Du wolltest bloß in die Pfützen springen. Nach der ersten kam die nächste und danach wieder die nächste. Plötzlich standest du vor dem Bretterzaun. Es schien dir, als würde dahinter das Abenteuer deines Lebens warten. Dein Vater möchte dir bloß den Spaß verderben – so dachtest du! Der Bretterzaun war schnell überwunden. Durch den Regen war aus der Kies- eine Schlammgrube geworden. Jubelnd nahmst du Anlauf und landetest im Matsch. Zuerst war es herrlich. Du hast deine angebliche Freiheit genossen. Dann stelltest du fest, dass du nicht mehr raus kommst. Du stecktest fest. Du riefst um Hilfe. Da kam dein Vater und holte dich heraus.

Jetzt hält er dich fest in seinem Arm und wartet, bis du dich beruhigt hast. Er steckt dich in die Wanne und wäscht dir den Dreck ab. Er kämmt deine verfilzten Haare, reinigt deine Wunden. Auf deine Knie klebt er das Pflaster mit deinem Lieblingscomichelden. Er zieht dir einen neuen Schlafanzug an und liest dir die Gute – Nacht – Geschichte vor, die du so sehr magst, dass du sie schon auswendig kennst. Dein Vater sitzt an deinem Bett. Beruhigt und erschöpft schläfst du ein. Du weißt jetzt endlich, dass er dich liebt und du beim ihm zu Hause bist.

Am nächsten Morgen sitzt dein Vater immer noch an deinem Bett. Er hat dich nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen. Liebevoll hat er dich betrachtet. Denn du bist Sein – sein geliebtes Kind!

Herr, wie geht es dir eigentlich?

Herr, wie geht es dir eigentlich? Ich habe dir oft genug erzählt, wie es mir geht. Habe dir mein Leid geklagt, dir meine Tränen geweint, dich angeschrien, meine Freude mit dir geteilt und dich angebetet. Aber bisher habe ich dich noch nie gefragt, wie es dir geht. Was hast du auf dem Herzen? Was ist dein Kummer? Deine Freude?

Habe ich dir schon danke gesagt, dafür, dass du mich geschaffen hast, dafür, dass du dir mich so wunderbar ausgedacht hast? Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe? Weißt du, wie froh ich bin, dich zu kennen? Wo wäre ich ohne dich? Das möchte ich mir lieber nicht ausdenken. Danke, dass ich mich in deiner Hand bergen darf. Danke, dass du mich nicht alleine läßt. Nur mit dir macht mein Leben Sinn.

Herr, wie geht es dir eigentlich? Was kann ich für Dich tun?