Was bin ich Mensch

Was bin ich, Mensch?

Was bin ich klein.

Gekämpft in vielen Stunden.

Ich wich Dir aus.

Versteckte mich.

Hast mich doch gefunden.

Was bin ich, Mensch!

Doch nicht allein!

Du bist mein DU,

mein ‚zu Dir hin!‘

Mein Licht und meine Sonne!

Mein Alles, ja: meine Wonne!

Was bin ich Mensch.

Was bin ich klein!

Mein Groß-Sein ist zunichte!

Du hast mein Herz –

DU Liebe heilst:

Geheimnis der Geschichte!

                                                                                           22. 07. 2022

                                                                                            UG

„Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten.“ (Lukas 1, 50)

Foto: privat, Rjikmuseum Amsterdam

In den sozialen Medien wurde ein Artikel über Klimaschutzaktivisten gepostet, die sich auf eine Autobahn geklebt haben. Darunter etliche Kommentare. Einhellige Meinung: statt diese in mühevoller Kleinarbeit von der Straße zu lösen, hätte man doch den Verkehr an ihnen vorbei leiten können und sie erst einmal mehrere Stunden in der prallen Sonne „braten“ lassen können.

Barmherzigkeit ist ein inzwischen so veralteter Begriff, dass es fast schon leichter ist, sich ihm zu nähern, indem man klärt, was Barmherzigkeit nicht ist. Unbarmherzigkeit ist die Einstellung „Selbst schuld!“ oder, auch oft gepostet: „Kein Mitleid!“ Kein Mitleid mit den Aktivisten, die durch ihr Handeln für verpasste Termine oder verdorbene Events sorgen. Sollen sie doch die Konsequenzen ihrer Aggressivität tragen.

Laut Studienbibel wird Barmherzigkeit als „Linderung der Folgen unserer Sündigkeit“ definiert. Wen jemand z. B. durch krampfhaftes Festhalten an der Schuld eines Anderen, also durch Unvergebenheit ein Magengeschwür bekommen hat (der Zusammenhang zwischen psychischen und körperlichen Beschwerden ist ja erwiesen.), dann wird zwar demjenigen diese Unvergebenheit vergeben, wenn er sie als Sünde bekennt, das Magengeschwür ist aber noch nicht weg. Wenn Gott dieses Geschwür heilt oder auch nur die Symptome lindert, dann ist das Barmherzigkeit.

Die Linderung von Konsequenzen, das nicht mehr damit leben müssen, was ich mir selbst (oder anderen) „eingebrockt“ habe, das ist Barmherzigkeit. Wenn ich das von Gott erfahren habe, dann kann ich selbst auch barmherzig sein. Dann kann ich auch etwas „gut sein lassen“ bzw. „darüber hinwegsehen“ und es „ mit Liebe zudecken“. Es sind Sätze wie „Ja ok, das kann doch mal jedem passieren!“ oder „Nicht so schlimm!“ Barmherzig sein heißt für mich auch, dafür zu sorgen, dass der Andere nicht sein Gesicht verliert. Eben nicht eine Rechtfertigung von ihm erwarten, sondern einfach nur die Entschuldigung akzeptieren.

Barmherzigkeit, weil ich selbst ein Mensch bin. Wie oft verletze ich oder mache etwas falsch, obwohl ich es gut meine. Wenn ich mein eigenes Mensch-Sein erkannt habe und annehme, kann ich barmherzig sein. Die Worte und die Taten eines Menschen nicht interpretieren, sondern einfach mal stehen lassen. –Weil ich nicht wirklich weiß, wie derjenige es gemeint hat, vielleicht weil ich ihn und dessen Umstände nicht kenne.

Wieder ein Beispiel aus den sozialen Medien: Eine Frau hat während eines Rock-Konzerts im Sanitätszelt ein Kind zur Welt gebracht. Nach diesen wenigen Zeilen schlugen die Wellen der Empörung hoch: Wie kann sie nur? Also ich hätte auf das Konzert verzichtet! Hätte sie sich vorher denken können! Ist für das Baby viel zuviel Stress! – Eine Kommentatorin ergänzte: Es war ein Konzert, das wegen Corona zwei Jahre lang mehrfach verschoben wurde. Die Frau wollte einfach nicht darauf verzichten. Mutter und Kind geht es übrigens gut! – Barmherzigkeit heißt, keine Vorwürfe machen und nicht gleich falsche Motive unterstellen!   

Barmherzigkeit macht nicht die Rechnung auf „Wie du mir, so ich dir!“, sondern „Wie Gott mir, so ich dir!“ Ich denke, dass ist der springende Punkt: Wenn ich erlebt habe, dass Gott zu mir barmherzig ist, dann kann ich auch barmherzig mit Anderen und mir umgehen.

Gottes Barmherzigkeit geht noch weiter. Er ist barmherzig, obwohl Er unsere wahre Motivation und Umstände kennt.

Er ist barmherzig, weil Er immer das Beste in uns sieht. Er sieht in uns Christus. Er weiß, dass Christus in uns, uns nicht so bleiben lässt, wie wir sind. Er weiß um unsere Schwäche. Er weiß, dass wir oft genug die Konsequenzen unseres Handelns nicht abschätzen und manchmal auch nicht tragen können.

Seine Barmherzigkeit ist auch nicht irgendwann erschöpft. Er wird wieder und wieder die Folgen unserer Sünden lindern.

Deswegen können wir einstimmen in Maria Lobgesang. Denn dieser Vers gilt nicht nur ihr. Nein, sie nimmt „Die, die ihn fürchten“  „von Geschlecht zu Geschlecht“ (nach der Elberfelder Übersetzung) mit hinein. Es ist nicht ihr Magnificat, es ist unseres! Es ist das Wunder, das jedes einzelne Leben sich zum Besseren ändern kann, es ist das Geheimnis, das für unseren Stolz schwer zu ertragen ist und nur die Demut bejahen kann: die Menschwerdung Gottes!  

Gott ist barmherzig!

„Denn große Dinge hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name;“ (Lukas 1,49)

Foto: privat, Rjiksmuseum Amsterdam

(Werbung wegen Titelnennung.)

Weiter geht es mit dem Magnificat.

Gott ist mächtig! Klar, weiß ich. Wirklich? Nur nochmal zum Mitschreiben: Gott ist mächtig! Wenn ich so drüber nachdenke, wie ich mich die letzten zwei Jahre gefühlt habe, dann fällt mir eher das Gegenteil ein: ohn-mächtig. Ohne Macht, ohne Einfluss! Politiker greifen gefühlt sehr stark in mein Leben ein, ein Virus bestimmt plötzlich meinen Alltag und ein Macht – Haber bedroht zumindest Europa mit einem Krieg. Was kann ich tun, außer beten? Ich habe in der Weltpolitik kaum Einfluss – ich weiß ja noch nicht einmal, wie Lokalpolitik geht. (Falls jemand, der das liest, weiß, wie Lokalpolitik geht: Bitte einen Kommentar dalassen! Ich bin gerade an etwas dran und freue mich über jeden Tipp!)

Dann plötzlich der Gedanke „Du bist nicht allein! Der Allmächtige ist an deiner Seite!“ Gott hat das Universum geschaffen. Er hat die Macht, den Einfluss und kann und will große Dinge an mir tun.  Er hat sie bereits an mir getan. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich ein gläubiger Mensch bin. Auch nicht, dass ich bis heute es geblieben bin. Wenn ich darüber nachdenke, wieviele Male Gott mich angesprochen hat, zunächst durch ein Kinderbuch, dass ich im Regal meiner Eltern gefunden habe. Als ich durch das darin Lesen meiner Mutter Fragen über den Glauben stellte, schickte sie mich zur Christenlehre. Ein Pastor hatte dort einen guten Einfluss auf mich. Jahre später, nach der Wende, drückte mir meine Patentante einen Reise – Katalog vom CVJM in die Hand. Nach dem Urlaub, dem ersten, ohne meine Eltern, las ich weiterhin in der Bibel. Ein Mitreisender hatte mir per Brief das Buch „Die ersten 90 Tage mit der Bibel“ geschickt. Ein Jahr später, wieder auf einer CVJM – Reise gab ich Jesus mein Leben. Ich erinnere mich noch, wie ich vorher und nachher viele Fragen hatte und jeden damit löcherte, der von sich selbst behauptete, Christ zu sein und nicht bei „drei“ auf den Bäumen war!

Im Nachhinein erkenne ich in all den „Zufällen“ Gottes liebende Handschrift. Er hat es so gefügt! Er wollte, dass ich zu Ihm finde. Gott möchte mich! Egal, wer mich schon abgelehnt hat in meinem Leben – es waren Einige! – Gott möchte mich! Ehe ich mich überhaupt auf die Suche nach Ihm gemacht habe, hat Er mich längst gefunden! Bisher bin ich die Einzige in meiner Familie, die eine persönliche Beziehung zu Christus hat. Das ist manchmal anstrengend! Aber wenn es nur danach ginge, welchen Glauben die Eltern haben bzw. praktizieren, wäre ich noch heute Atheist.

So ist das schon ein Wunder, dass ich mich zu Gott bekehren konnte. Gott hat auch dafür gesorgt, dass ich den Glauben an Ihn nicht verliere.

Was kann ich eigentlich dazu tun zu meinem Glauben? Nichts! Ich brauche Gott schon allein dafür, damit ich an Ihn glauben kann. Das lässt mich staunen und mich gleichzeitig klein fühlen vor Gott!

Ich juble „Denn große Dinge hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name;“

Amen.

An meinen Täter!

Vor einigen Wochen sind wir uns begegnet. Du hast neben mir eingeparkt und bist dann ausgestiegen. Eine ganze Weile standest du da und hast mich beobachtet. Zum Glück habe ich dich nicht gleich erkannt. Ich habe mein Auto weiter aufgeräumt und dich einfach stehen lassen. Dann gingst du weiter.

Erst später wurde mir bewusst, dass du es warst. In einem Bundesland, in dem man höchstens ein „Moin“ für Fremde übrig hat, bleibt man nicht einfach minutenlang stehen, um den anderen zu beobachten. Was hast du erwartet? Dass ich dich anspreche, um dir endlich meine Meinung zu geigen? Dass ich mich entschuldige, für Dinge die du mir angetan hast? Dass ich auf dich losgehe und dir damit einen Grund liefere, mich anzuzeigen? Dass ich mich an dir räche?

Meine Rache ist, dass ich lebe! Ich habe nicht nur deine Attacken überlebt, ich lebe! Ich muss dir nichts beweisen, dich nicht mit irgendwas eifersüchtig machen. Ich lebe! Ich lebe, sogar besser als vorher. Denn ich habe gelernt. Ich habe gelernt, dass ich mir selbst vertrauen kann. Dass ich stark bin! Dass ich sehr wohl etwas bewegen kann. Dass ich dich nicht um Erlaubnis fragen muss, um etwas zu bewegen.

Du hast versucht, mich innerhalb der Gemeinde zu isolieren. Das ist dir gelungen. Aber was dir nicht gelungen ist: mich von meinen Freunden zu isolieren, die ich außerhalb der Gemeinde hatte und habe. Das hast du übersehen! Schlecht gespielt, nicht zu Ende gedacht und deswegen verloren!

Du hast aber auch etwas Wesentliches übersehen: Gott! Was du nicht wusstest: Ich habe vor Jahren mit Gott einen Deal gemacht: ‚Gott, sorge bitte dafür, dass ich dir nie verloren gehe!‘ Ich selbst habe es vergessen, du hast es nicht gewusst, aber Gott hat sich daran gehalten! Er hat eingegriffen, Er hat dafür gesorgt, dass ich Ihm nicht verloren gehe! Er hat meine Füße  wieder auf einen Felsen gestellt. Er hat dafür gesorgt, dass mir Menschen über den Weg laufen, die mir helfen, dass ich wieder glauben kann, tiefer als vorher!

Deswegen gilt mein Dank, Gott! Deswegen freue ich mich über Ihn und erhebe ich Seinen Namen! Er ist mein Glück! Ihm juble ich zu! Er hat mich aus den Schlingen meines Täters gerettet, dafür gesorgt, dass ich nicht zu Fall gekommen bin! Meine Wunden hat Er geheilt und wird Er weiter heilen! Er ist mein Herr! Ihn bete ich an! Nur Er kann mir das sein, was Er für mich ist! Menschen können nicht Seine Stelle ersetzen! Er ist großartig! Er sorgt für Gerechtigkeit! Mein Lob und Dank gilt Ihm allein! Was meine Gegner mir genommen haben, gibt Er  tausendfach wieder! Bei Ihm kommt mein Herz zur Ruhe!

Mein Herr und mein Gott, ich gehöre dir!

Amen.

„… von nun an werden mich glückselig preisen alle Geschlechter!“ (Lukas 1, 48)

Fot: privat, Rjiksmuseum Amsterdam

(Werbung wegen Titelnennung)

Eigentlich wollte ich zu Ostern etwas schreiben. Doch ich war krank. Dann dachte ich, ich könnte einfach mal weiter machen mit Vers 49 – fällt ja nicht auf! Aber mir fällt es auf, dass ich mich als evangelische Christin um genau den Teilvers drücken möchte, der meine eigene Überzeugung hinterfragt. Dieser Vers wird oft begründet, warum zu Maria gebetet werden kann.

Erfahrungsgemäß komme ich über kurz oder lang auf dasselbe Problem zurück, also kann ich auch gleich mich damit beschäftigen.

Bekanntlich kann man Denk-Prozesse nur gewinnen! Also los: Was steht hier genau?

Wenn ich in meiner Studienbibel nachlese, dann finde ich bei „glücklich preisen“ den Hinweis, dass hier das griechische Verb μακαρίζα – makariza steht. Es kann übersetzt werden mit „als von Gott erfüllt und gesegnet und damit völlig zufrieden“.

Maria war also „von Gott erfüllt und gesegnet und damit völlig zufrieden“. Es muss für sie ein erhebender Moment gewesen sein. Nachdem sie diese besondere Gottes-Berührung erlebt hat und anschließend von ihrer Verwandten bestätigt bekommen hat, dass das kein Traum oder Einbildung war, konnte sie nur Gott anbeten.

Was ist dieser Frau nur passiert? Kann jemand auch nur im Ansatz begreifen, was für ein besonderes Vorrecht Maria hatte? Als Charismatikerin habe ich schon Einiges erlebt. „Im Geist ruhen“ oder „im Geist lachen“ habe ich schon erfahren. Auch habe ich mich ein wenig mit Mystikerinnen beschäftigt z. B. Theresa von Avila oder Mechthild von Magdeburg. Aber, schwanger vom Heiligen Geist? Das ist eine ganz andere Hausnummer! Maria hat ohne Frage die höchste Berufung erfahren. Es wird darüber diskutiert, ob sie ihr Leben lang Jungfrau geblieben ist. Dogmatiker suchen nach Beweisen und Gegenbeweisen. Aber wurde in all den Diskussionen einmal drüber nachgedacht, ob Maria überhaupt noch die Ehe mit Josef vollziehen konnte bzw. wollte? Sie wurde vom Heiligen Geist überschattet. Wie immer man sich das vorstellen kann, es war ein heiliges Erlebnis. Kann es nicht einfach sein, dass sie dermaßen davon beeindruckt war, dass jede sexuell konnotierte Intimität ein fader Abklatsch war?

In der heutigen Zeit vergessen wir, dass Sex wesentlich mehr ist, als Vergnügen, Entspannung usw., sondern ein sich verschenken und hingeben. Das bedeutet, dass beide Partner sehr viel Vertrauen ineinander investieren. – gut, das ist heute oft nicht so. Aber ursprünglich war das so gemeint.

Im Wikipedia-Artikel wird „heilig“ mit „einer Sphäre des Göttlichen, Vollkommenen oder Absoluten angehörig“ übersetzt. Wenn man aber bei Maria von einer Hingabe sprechen kann („Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort!“ – Lukas 1, 38), dann ist sie in diesem Sinne heilig. Ich kenne mich mit Marien-Dogmen nicht aus, es klingt aber einleuchtend, dass bis heute Maria, „als von Gott erfüllt und gesegnet und damit völlig zufrieden“ angesehen wird.

Spannend an den Absatz über μακαρίζα – makariza, finde ich den Verweis auf μακάριος – makarios. Dieses Wort findet sich in den Seligpreisungen. Jesus preist glückselig: die geistlich Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit hungernden, die Barmherzigen und die, die reinen Herzens sind (Matthäus 5, 2 -11)  Jesus betet nicht zu den Sanftmütigen, den Barmherzigen und nach Gerechtigkeit dürstenden. Er sagt, dass sie diejenigen sind, die „völlige Zufriedenheit“ besitzen.

Makarios dagegen ist jmd., den Gott nicht durch günstige Umstände glücklich macht, sondern auf Zeit und Ewigkeit völlig zufriedengestellt, indem er durch Christus und den Heiligen Geist in ihm Wohnung nimmt und ihn in seine ewige Gemeinschaft aufnimmt. Makarios zu sein bedeutet, zum Reich Gottes zu gehören, das auch sichtbar werden wird. …Deshalb bezeichnet makarios den Zustand, in dem man zwar noch in der Welt, aber  von ihr unabhängig ist; man ist ganz von Gott abhängig, der schon jetzt und dann einmal endgültig allen Mangel ausfüllt, und nicht von den Umständen.“ ( Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel und Handkonkordanz⁸, SCM R. Brockhaus, Dillenburg, 20212., Artikel zu „μακάριος – makarios“)

Wenn ich also jemanden glückselig preise, dann bete ich ihn nicht an. Dann sage ich damit nur, dass er völlige Zufriedenheit besitzt. Ich sehe in Lukas 1,48 nicht die Aufforderung, zu Maria zu beten.

Aber: Ich kann und darf anerkennen, dass sie eine ganz besondere Berufung hatte. In früheren Inputs habe ich geschrieben, dass sie mit Mose und Jesaja in eine Reihe zu sehen ist. Ich denke, sie ist außerhalb einer Reihe zu stellen. Ihre Berufung ist einfach nur einmalig. Das bringt ja diese Berufung mit sich.

Ja, Maria ist glückselig zu preisen. Man kann nicht genug anerkennen, was sie für uns Menschen getan hat. Doch steht sie nicht mit Gott auf einer Stufe. Jesus hat die Menschheit erlöst und eine Frau hat ihn geboren. Das klingt absurd und wäre allein einen Input wert. Aber vielleicht hat all die Unterdrückung von uns Frauen ihre Wurzel genau in diesem Glaubenssatz: eine Frau hat den Sohn Gottes auf diese Welt gebracht. Mose war Leiter seines Volkes, Jesaja sein Prophet, aber Maria hat ihre Berufung durch ihr Mutter werden und sein erfüllt.

Paulus hat Adam und Jesus miteinander verglichen und Händel hat es vertont: „Since by man came death,by man came also the resurrection of the dead“( „Kam durch einen Tod, so kam durch Einen die Auferstehung vom Tod“,  Händel, The Messiah – Na toll, jetzt habe ich einen Ohrwurm.)  Aber man kann auch Eva mit Maria vergleichen! – Wer jetzt aus Evas Sündenfall einen Grund für die Unterdrückung der Frau basteln möchte, dem sei gesagt: Eva war einer Macht, dem Satan selbst ausgesetzt! Adam hat noch nicht einmal seiner eigenen Frau standgehalten!

Während Eva durch ihren Ungehorsam der Menschheit die Trennung von Gott brachte, bringt Maria mit ihrem Gehorsam die Voraussetzung für die Versöhnung mit Gott!

Amen.   

„die Niedrigkeit seiner Magd“

Weiter geht es mit dem Magnificat. Der dritte Vers lautet „Dass er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich glückselig preisen alle Geschlechter!“ (Lukas 1, 48)

Maria ist noch nicht fertig mit freuen. Jetzt kommt erstmal die Begründung. Dabei fällt mir direkt ein Wort auf „die Niedrigkeit“. In der Luther, der Einheitsübersetzung, der Zürcher  ist es die Niedrigkeit, während die Neue Genfer Übersetzung  es mit eine „geringe und unbedeutende Frau“ übersetzt. In der Elberfelder Studienbibel steht allerdings, dass im griechischen Original das Wort Ταπείνωσιϛ – tapeinosis zu lesen ist. Das bedeutet Demütigung oder eben Demut, Niedrigkeit.

An dem Wort „Demut“ knabbere ich noch rum. Ist nicht wirklich ein modernes Wort. Klingt nicht nach Erfolg, Effizienz und anderen modernen Worten. Worten, an denen du heute in der Gesellschaft gemessen wirst. Keiner fragt dich heute, ob du dich auch ja in Demut übst, dich selbst erniedrigst oder ob du heute schon dein Kreuz auf dich genommen hast. Wir leben in einer Zeit, in der die Kreuzverse sehr selten in Predigten vorkommen und in denen „ das Kreuz täglich auf sich nehmen“ mit „ sein Päckchen tragen“ verwechselt wird.

Zurück zur Demut. Ich tappe immer wieder in die „Eigentlich-bin-ich-ganz-toll“-Falle. Nachdem ich mir viele Jahre anhören musste, dass ich die kleine Dumme bin, man mir sowieso nichts zutraun kann usw., merke ich, dass es auch andere Menschen gibt, die mir durchaus etwas zutrauen. Manche geben mir ein Feedback, das überhaupt nicht zu den Einschätzungen meiner Kindheit passt. Habe ich mir lange nur wenig zugetraut, muss ich heute aufpassen, dass ich mich nicht für allzu genial halte. (Also nur ein bisschen genial! 😉

Dann ist es ganz gut, dass mich Gott immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Er zeigt mir manchmal meine innersten Gedanken, über die ich dann ganz erschrocken bin. Oder etwas gelingt mir nicht und ich bin dringend auf die Hilfe anderer angewiesen. Das ist die Gefahr, wenn man sich in der „bürgerlichen Mitte“ befindet: Schnell bin ich dabei, mich auf mich selbst zu verlassen. Wenn ein HartzIV-Empfänger Zeugnis gibt, dann sind das oft diese Geschichten, dass am Ende des Monats Geld fehlte 47,11 € und genau 47,11 € waren dann plötzlich im Briefkasten, obwohl es keiner wusste! Oder die Bekehrungsgeschichten von Leuten, die auf die schiefe Bahn geraten sind: alkoholabhängig oder drogensüchtig oder als Prostituierte gearbeitet und dann Gott kennengelernt. Jetzt schon mehrere Jahre clean und einen ehrenhaften Beruf gelernt. Als Bürgerlicher bleibt man gern außen vor, bleibt bequem im Sessel sitzen: Ja, ja, wie gut, dass Gott ihn/ sie erreicht hat. Er/ sie braucht Gott – aber ich doch nicht!

Und dann kam Corona: Seitdem ich mitbekommen habe, dass die Regierung ihre eigenen Versprechen nicht einhält – und es spielt für mich keine Rolle mehr, ob die alte oder neue, seitdem fühle ich mich unsicher. Die Regierung hat mein vollstes Misstrauen! Obwohl in der DDR aufgewachsen, habe ich mich noch nie einer Regierung so ausgeliefert gefühlt, wie der Merkel- und Scholz-Regierung. In Bezug auf Pandemie und Ukraine-Krieg habe ich nicht das Gefühl, dass es der Regierung darum geht, dass es dem Volk gut geht. Im Gegenteil, ich vermute viel mehr, dass „die da oben“ doch machen, was sie wollen. Machtgier und Gewinnmaximierung scheinen ihre einzige Motivation zu sein. Man könnte ihnen auch den berühmten Satz, den man Marie Antoinette zu Unrecht in den Mund geschoben hat, unterstellen: „Wenn das Volk kein Brot hat, dann soll es Kuchen essen!“ – Plötzlich fühle ich mich ausgeliefert, ganz klein und machtlos. Plötzlich brauche ich Gott, werde mir meiner Niedrigkeit bewusst. Meine eigene Macht reicht nicht aus. Ich fühle mich erbärmlich – erbarmungs-würdig in Gottes Augen!

Während ich einem Herrn Scholz egal bin, er weiß ja nichts von meiner Existenz, sieht Gott mich an. So, wie er Maria angesehen hat: επιβλέπω – epiblepo = blicken auf, sehen auf mit Wohlwollen, sich kümmern um, sich annehmen, von

Auf einmal hören die Sorgen auf. Gott ist größer als der Gesundheitsminister, als der Bundeskanzler und erst recht größer als Putin!

Gott schaut mich an, trotz meiner schlimmen innersten Gedanken, mein mich Überschätzen und mein mich hilflos und ausgeliefert Fühlens.

Darum preise ich ihn! Ich bin dankbar! Ich bin nicht Menschen ausgeliefert, solange ich mich meinem liebenden Gott ausliefere! Darum juble ich! Magnificat anima mea dominum!

Amen.

„und mein Geist freut sich über Gott meinen Retter,“ (Lukas 1, 47)

Heute geht es weiter mit dem Magnificat. Im vorigen Vers war von der Seele die Rede, in diesem jubelt der Geist.

Hier ein kleiner Exkurs: So ziemlich jeder bejaht inzwischen, dass der Mensch aus wenigstens zwei Teilen besteht: aus dem Körper und der Seele. Sie wird als Mischung aus Gefühlen, Intuition und Gedanken definiert und stellt den unsterblichen Teil des Menschen dar. Der dritte Bestandteil ist der Geist, oft synonym mit Verstand übersetzt. Allgemein kann man sagen, das Rationale.

Also freut sich nicht nur die Seele, die Gefühlsebene, es jubelt auch die Verstandesebene. Mooment, jetzt mal langsam: dass Maria erleichtert ist, weil die Ankündigung des Engels sich als wahr erwiesen hat, ist klar. Aber der Verstand dürfte da gerade Überstunden gemacht haben! Da passiert etwas, was mit dem Verstand nicht fassbar ist! Gott greift ein! Seit Generationen warten die Juden auf den Messias. Die Römer waren  zu dem Zeitpunkt nur das Ende einer langen Reihe von Unterdrückern und Angreifern. Die Römer konnten einfach mal bestimmen, Gesetze schnell mal ändern, jemanden zwingen mit ihm eine Meile zu gehen usw. Da war die Sehnsucht nach einem Messias sicher groß. Aber jeder, der einigermaßen klar bei Verstand war, hat sicherlich nicht mit einer Schwangerschaft gerechnet, in der irgendwie in mystischer Weise, der Heilige Geist involviert war.

Doch war es genau so! Die Verstandesebene freut sich auch. Worüber genau? „Gott meinen Retter!“ Gott, dass war Maria  wohl klar in diesem Moment, hat sie persönlich vor der Steinigung wegen Untreue gerettet. Jetzt, nachdem Elisabeth ihr bestätigt hat, dass das Kind, was sie Maria, erwartet, „der Sohn des Höchsten“ (Lukas 1,32) ist, weiß sie, dass sie Gott an ihrer Seite hat. Sie muss da nicht alleine durch. Gott ist wirklich da, hat sie wirklich berufen. Auch hat sie jetzt einen Menschen an ihrer Seite, der ihr helfen kann. Elisabeth ist selbst schwanger und hat selbst Gottes Eingreifen erfahren. Ich sehe förmlich vor mir, wie die beiden Frauen in den nächsten Wochen die Köpfe zusammenstecken und über „Frauendinge“ reden, sich gegenseitig ermutigen und Gott gemeinsam loben – und Zacharias sitzt stumm daneben.

So fürsorglich ist Gott. Er gibt manchen Menschen große Berufungen, aber gleichzeitig gibt er diesen auch Menschen an ihre Seite. Mose hatte seinen Bruder Aaron und Maria ihre Verwandte Elisabeth. Gott bürdet keinem etwas auf, was er nicht tragen kann.

Gott lässt nicht im Stich, Gott rettet. Jesus hat mich gerettet, indem er für mich am Kreuz gestorben ist. Das ist nicht mit dem Verstand fassbar. Da muss er sich rantasten. Aber wenn er erst verstanden hat, was diese Rettung bedeutet, nämlich nichts Geringeres, als ein Weiterleben nach dem Tod, dann kann selbst der Geist sich freuen.

Amen.

„Meine Seele erhebt den Herrn,…“ (Lukas 1, 46)

Ab heute möchte ich mich mit dem Magnificat – Marias Lobgesang beschäftigen. Der Text ist komplett konträr. Erstens, er steht kurz vor der Weihnachtsgeschichte „Es begab sich aber zu einer Zeit… „ (Lukas 2,1) Auch dauert es noch ein wenig bis zum 2. Juli, dem Fest der Heimsuchung.

Zweitens scheint er überhaupt nicht zu den aktuellen Ereignissen zu passen. „Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23,1) würde doch viel mehr trösten oder Psalm 91, 1 „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen…“

Warum also jetzt die Betrachtung dieses Lobgesangs?

Gegenfrage: Wann ist ein guter Zeitpunkt, Gott zu loben? Wenn es allen gut geht, die Pandemie und der Krieg vorbei ist, die psychischen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie überwunden, das Land wieder aufblüht, sämtliche Konzerte und Events nachgeholt und selbst alle Krankheiten verheilt sind? – Wenn es danach ginge, wäre es nie ein guter Zeitpunkt, Gott zu loben.

Es ist immer genau die richtige Zeit, Gott zu loben.

Oft wird in Bibeln 1. Samuel 2, 1ff als Parallelstelle angesehen. Schon, als ich mich mit Maria beschäftigte, habe ich angemerkt, dass ich hier keine Parallele sehe. Hanna hatte eine Not, sie hat Gott um ein Kind gebeten. Bei Maria war das anders. Sie war verlobt und ihre kleine Welt war in Ordnung. Alles lief nach Plan und dann kam plötzlich der Engel, der ihr offenbarte, dass sie schwanger werden würde, vom Heiligen Geist und dieses Kind der Sohn Gottes genannt wird. (Lukas 1, 35). Das war keine Gebetserhörung, das war etwas ganz Neues. Das war etwas Un-Erhörtes!

Als sie dann ihre Verwandte Elisabet aufsuchte, war sie bereits schwanger. Vielleicht hatte sie mit Zweifeln zu kämpfen. Vielleicht dachte sie, dass sie sich das alles eingebildet hat. – Und dann bestätigt ihr Elisabet genau das, ohne es eigentlich wissen zu können. Dass ihre Freude groß ist, ist allzu verständlich. sie fängt an, Gott zu loben. Fast greifbar ist ihre Erleichterung.

Maria lobte Gott, weil ihr das, was ihr von ihm gesagt wurde, bestätigt wurde. Das große Wunder, das irgendwie bis heute unglaublich wäre, wenn es nicht längst eingetroffen wäre.

Sie lobt Ihn, bevor Christus am Kreuz gestorben ist, bevor sie eins der Wunder, eine Heilung miterlebt hat, die ihr Sohn vollbringen wird, ja, bevor er überhaupt geboren wurde.

Wieviel mehr haben wir Grund, Gott zu loben und ihn anzubeten? Wieviel mehr müssten wir, müsste ich ihm danken?

Ich kann und darf die Erlösung Christi in Anspruch nehmen. In meinem Leben bin ich schon oft bewahrt worden und ich habe alle Sinne beisammen. Das allein sind schon Gründe genug, Gott zu loben.

Dann gibt es noch einen wesentlichen Grund, warum ich das tun sollte. Gott braucht mein Lob nicht. Er weiß, dass er gut ist. Aber ich brauche es. Es gibt einen oft zitierten Spruch: „Loben zieht nach oben. Danken hilft vor Wanken!“ Indem ich drüber nachdenke, wofür ich Gott loben kann, fallen mir viele persönliche Erlebnisse ein, bei denen er helfend eingegriffen hat. Im Nachhinein macht plötzlich manch schwere Situation Sinn. Dann wird mir bewusst, dass Gott mich, auch in schweren Zeiten nicht allein gelassen hat und ich mit seiner Hilfe schon so manche Krise gemeistert habe.

Deswegen kann ich, ausgerechnet oder gerade jetzt mit Maria sagen „Meine Seele erhebt den Herrn!“

Amen.

Meine lieben katholischen Geschwister,

ich bin bestürzt über den Inhalt des Gutachtens. Es bedrückt mich sehr. Mir geht es gerade nicht darum, darüber zu urteilen, ob die Motivation der Handelnden richtig oder falsch war, was man hätte anders machen können und ob das Zölibat nun endlich abgeschafft werden sollte. Das alles ist nicht meine Aufgabe.

Ihr sollt einfach nur wissen, dass ich auch traurig darüber bin. Ganz einfach deswegen, weil ich Euch als meine Geschwister ansehe. Paulus schreibt „Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit;…“ (1. Korinther 12, 26) So geht es mir gerade: Ich leide mit Euch mit! Ich kann mir gut vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn man Dinge erfährt, die man vielleicht irgendwie ahnte, aber doch nicht wahrhaben wollte. Ich weiß, wie es ist, wenn gefühlt alles nicht mehr wahr ist und man plötzlich vor einem Scherbenhaufen steht.

Ich selbst habe geistlichen Missbrauch in einer Freikirche erlebt. Ich war deswegen vor wenigen Jahren kurz davor, meinen Glauben an Gott zu verlieren. Einige von Euch, liebe Geschwister, haben dafür gesorgt, dass ich den Glauben NICHT verloren habe. Dafür bin ich sehr sehr dankbar. Nicht alle von denjenigen kenne ich persönlich. Bei manchen war es einfach nur die Ausstrahlung, dieses „Wow- Gefühl“. Noch bis heute bewundere ich so manchen von Euch wegen seiner/ ihrer Innigkeit im Glauben. Manche von Euch kenne ich persönlich und sie begleiten bzw. begleiteten mich auf eine sanfte und mutmachende Weise.

Ich habe es erlebt, dass geistliche Leiter ihre Macht missbrauchen. Das, wie geschrieben, in einer Freikirche. Auch wurde mir anschließend nicht geglaubt. Keine Konfession ist davor gefeit, dass ihre geistlichen Leiter ihre Macht missbrauchen. Deswegen hat keiner das Recht, auf Euch mit dem Finger zu zeigen. Ihr, die Ihr unermüdlich Euch einsetzt für Eure Kirche. Die Ihr ehrenamtlich Kinderkirche, Seniorenkreis und Jugendgruppe leitet, Stühle hin- und wegstellt, Kuchen backt und vorlest ( und all die anderen Dinge tut, die oft als selbstverständlich angesehen werden). Ihr sorgt dafür, dass all das Gute und Erhaltenswerte in der Kirche läuft. Ihr seid  NICHT diejenigen, die missbraucht oder vertuscht haben. Deswegen tut es mir weh, dass Ihr jetzt bei Vielen mit auf der Anklagebank sitzt. „Die Kirche“ heißt es oft, oder „Die Katholiken“! Euch geschieht gerade großes Unrecht! Das tut mir auch weh.

Anfangs habe ich mich auch geärgert, wenn ich vereinzelt Relativierungen gelesen habe, wie „Das waren damals andere Zeiten!“ oder „Die Kirche musste stark sein gegen den Ostblock!“ Doch jetzt habe ich verstanden, dass es wohl eine Form des nicht-Wahr-Haben-Wollens ist. Ähnlich wie, wenn der Arzt, der berichtet, dass der geliebte Angehörige die OP nicht überstanden hat, beschuldigt wird, die Patienten-Akte vertauscht zu haben.

Liebe Geschwister, bitte tretet aus der Kirche nicht aus, und wenn schon geschehen, tretet bitte wieder ein. Die Kirche braucht Euch jetzt. Seht Ihr denn nicht, wieviel Gutes die Kirche trotz allem bietet? Wisst Ihr denn nicht, welche  nicht-materiellen Schätze Eure Kirche birgt? Ich habe die Kontemplation und die christliche Mystik für mich entdeckt. Es hilft mir, zur Ruhe zu kommen und mich neu auf Gott auszurichten. Ich bewundere, dass Ihr regelmäßig Euer Stundengebet betet. Es bringt Euch eine Tagesstruktur, um die ich manchmal sehr ringen muss. Manchmal fällt es mir schwer, Gott in rechter Weise anzubeten. Da nutze ich gern das Stundengebet. Ich mag Therese von Lisieux sehr. Sie inspiriert mich auf meinem Glaubensweg. Hätte die katholische Kirche nicht ihre Schriften und ihr Andenken bewahrt, gäbe es wohl höchstens ein paar Abhandlungen mit psychologischen Fragestellungen über sie.  

Vor allem: Verliert nicht den Glauben an Gott! Menschen können Euch im Stich lassen, Gott tut es nicht! Er weiß, wie es Euch gerade geht! Ihr fühlt Euch vielleicht jetzt hilflos, aber Er hilft! Er geht mit Euch durch diese Krise. Ich bin mir sicher, dass Er Euch wieder aufhelfen und trösten wird. Denn: „Das geknickte Rohr wir d er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen;… (Jesaja 42, 3)

Ich bete für Euch. Ich wünsche Euch, dass Ihr wieder bzw. weiter Trost und Hoffnung in Gott und im Glauben findet, Ihr bald aus dieser Krise rausfindet und hoffe, dass Ihr es schafft, mutig zu sagen „Ich glaube trotzdem an Gottes großartige Liebe!“

Vielleicht lässt sich das Zusammenbrechen von alten Strukturen nicht verhindern und vielleicht stellt sich später raus, dass es notwendig war, auch wenn es schmerzhaft war/ ist. Aber eins ist gewiss: Gott ist immer noch größer als unser Schmerz und unsere Hilflosigkeit.

Zum Schluss noch etwas aus dem kleinen  Schatzkästchen des Evangelischen Gesangbuches: Es ist ein Zitat aus dem Lied „Befiehl du deine Wege“ von Paul Gerhardt: „Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.“ Darauf dürfen wir vertrauen.

Gott segne Euch!

                                                             Es grüßt Eure Schwester im Glauben

Ulrike