Ehre

Ich denke gerade über Ehre nach. Das ist ein schwer zu fassender Begriff. Wir halten etwas in Ehren, wir verehren jemanden, bei der Hochzeit verspricht das Brautpaar sich gegenseitig zu achten und zu ehren, mancher, der sich engagiert, arbeitet ehrenamtlich und auf der Beerdigung wird dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen.

Wikipedia definiert Ehre mit „Achtungswürdigkeit“ bzw. „verdienter Achtungsanspruch“. Doch worauf begründet sich diese Achtungswürdigkeit? Womit habe ich denn den Anspruch auf Achtung verdient? Kann ich mir überhaupt Achtung bzw. Respekt verdienen? Hat jemand, der nichts leistet, Respekt verdient? Ein Wachkomapatient zum Beispiel, er leistet nichts – muss ich ihn ehren?

Klar, er ist ein Mensch! – Aber Moment mal, hieße das, dass all das Gehabe um Ehre umsonst ist? Viele junge Männer sind in leidvollen Kriegen „Für Ehre und Vaterland“ gestorben, so manche Kneipenprügelei entstand, weil jemand die Ehre seiner Frau wiederherstellen wollte und ganze Bandenkriege sind wegen verletzten Familienehren entstanden.

Was würde passieren, wenn plötzlich ein Philosoph unwiderlegbar feststellen würde, dass Ehre ein Konstrukt ist, das in Wirklichkeit nicht existiert?

Es würde den erwähnten Kriegen und Prügeleien den Grund wegnehmen. Viele Statussymbole, die wir meinen zu brauchen, wie z. B. Markenklamotten würden plötzlich den Wert verlieren. Aber, in letzter Konsequenz würden sicher viele auch depressiv werden.

Der Mensch braucht Bestätigung. Er braucht es, gesehen zu werden. Doch Gott sieht uns. Hagar, die geflohene Magd Abrams, bezeichnet Gott als den „Gott der mich sieht“ (1. Mose 16, 13) Gott sieht mich!

Nicht nur das: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht denn Gott, und mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt.“ (Psalm 8, 5)

Ein wenig niedriger als Gott selbst – wow! Das ist kein verdienter Achtungsanspruch. Es ist nicht meine persönliche Leistung. Diese Ehre kann ich nicht erarbeiten.

Ich brauche keine Marken-Handtaschen, kein großes Auto und selbst, wenn ich arbeitslos oder krank bin, muss ich mich nicht verstecken.

Diese Ehre kann mir keiner nehmen. Gott hat mir Ehre, im Sinne von Würde gegeben! Ich bin ein Geschöpf Gottes, das ein wenig niedriger als Gott selbst ist!

Wow! und Amen!

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