„Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen,…“ (Jesaja 5, 20)

Ich habe einen Trailer zu einem Fernsehbeitrag gesehen und kann es nicht fassen. Es geht um Narzissten. Allen Ernstes stellt sich da eine Psychologin hin und sagt, dass man Narzissten nicht meiden solle. Sie sind psychisch krank und man würde auch nicht bei einem Depressiven sagen, dass man Abstand von ihm halten solle, weil er einen sonst selbst runterzieht! Ich bin sprachlos und wütend!

So einen absurden Vergleich kann nur jemand bringen, der selbst noch keinen Narzissten kennengelernt hat. Dann bringt diese Frau allen Ernstes noch Tipps, wie man mit einem Narzissten umgeht! Ich widerspreche! Der beste Umgang mit einem Narzissten ist gar kein Umgang! 

Unter dem Beitrag die üblichen Kommentare u. a. jemand, der wissenschaftlich tut und etwas darüber schwafelt, dass die Opfer von Narzissten selbst Narzissten wären und ihre kaputte Beziehung zu ihrem kaputten Vater ausleben. Ich könnte mich im Strahl übergeben!

Ich hatte das „Vergnügen“ mit Narzissten. Leider gleich mehrfach. Ich musste das wohl mehrfach erleben, weil ich einfach so naiv war zu glauben, dass Menschen nur aus Versehen andere verletzen! Der Fakt, dass es Menschen gibt, die mit voller Absicht und auch ohne Rücksicht auf Verluste, andere verletzen, war für mich mindestens genauso schwer zu begreifen, wie die Integralrechnung im Matheunterricht!

Nur mal, um das klar zu stellen: Narzissten haben, im Gegensatz zu Depressiven, keine Einsicht, dass sie Hilfe brauchen – zu keinem Zeitpunkt! Sie reflektieren nicht und hinterfragen sich erst Recht nicht!

Ein Relativieren oder gar Victimblaming ist für Opfer von Narzissten komplett daneben! Um es zu unterstreichen: Jeder, wirklich JEDER hat eine Wahl und die Entscheidungsfreiheit zu handeln. Jeder Erwachsene hat eine Eigenverantwortung. Auch die schlimmsten Kindheitserlebnisse können mit Hilfe von Therapie, Coaching oder Seelsorge soweit aufgearbeitet werden, dass derjenige mit anderen umgeht, ohne sie dabei zu verletzen. Wenn jetzt jemand sich rausredet und sagt, dass er sein Handeln nicht steuern kann, weil er krank ist, dann muss ihm halt der Staat helfen und ihm einen Betreuer bestellen, der für sämtliche Lebensbereiche zuständig ist. (Im alten Sprachgebrauch: Totale Entmündigung!)

Wer meint, dass er mit seiner persönlichen Freiheit nicht umgehen kann, muss entmündigt werden! Ich kann „Narzissten sind auch Menschen!“ nicht mehr hören! Das sind Mörder, Vergewaltiger und Pädophile auch! Soll ich mal relativieren? „Der arme Pädophile, was kann er dafür, dass er seine Triebe nicht beherrschen kann? Er ist doch auch nur ein Mensch!“ – Spätestens jetzt wird hoffentlich klar, warum das Relativieren von Narzissten so widerwärtig ist!

Wann hat das angefangen? Wann wurde begonnen, Dinge, die vorher tabu waren, auszusprechen? Seit wann relativieren wir Taten, die vorher undenkbar waren? Seit wann wird Beifall geklatscht für Kommentare, für die jemand vor Kurzem noch geächtet worden wäre?

„Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! 21 Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!“ (Jesaja, 5, 20 f.) – Gottes Wort ist hier eindeutig! Gott selbst wird das letzte Wort dazu sprechen! Das lässt mich hoffen und ruhig werden! Es spielt keine Rolle, was eine Psychologin dazu meint oder irgendein Kommentator. Was Gott sagt, zählt!

Gott wird gerecht richten. Sowohl die Täter, als auch diejenigen, die noch den Opfern die Schuld zugewiesen haben, diejenigen, die geschwiegen und auch diejenigen, die die Schuld des Täters relativiert haben! Er weiß um die Motive, um unsere Herzen.

„Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.“ (Matthäus 5, 6)

Amen.  

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