Hoffnung in Schmerzen

Ich denke gerade an Vieles, was ich mal erlebt habe. So auch an die kurze Zeit, in der ich für einen christlichen Fernsehsender gearbeitet habe.

Es war mein erster Beitrag, den ich recherchiert habe. Meine Kollegin und ich fuhren ins Erzgebirge, vor Ort wartete der Kameramann schon auf uns. Wir bauten auf, besprachen ein paar Details und dann begann ich mit dem Interview.

Es ging um eine Frau, die an der Schmerzkrankheit litt. Sie erzählte, dass sie seit 20 Jahren täglich Schmerzen hat. Sie könne mit dem Filzstift die Nervenbahnen nachzeichnen. Ihr Glaube hat sehr darunter gelitten. In einer Klinik schließlich wurde ihr geholfen und sie konnte dann auch wieder an Gott glauben.

Wir saßen in ihrer Wohnung. Ein paar Fragen wollte ich noch stellen, dann Abbau und nach Hause. Alles ganz locker.

Dann kam er, der Satz, der mich heute noch staunen lässt: „Lieber möchte ich meine Schmerzen behalten, als Jesus noch einmal zu verlieren!“ – Mein Kameramann war Profi. Er setzte nicht die Kamera ab und schwenkte auch nicht zu mir rüber. Mit großen Augen fragte ich noch einmal nach. Doch, das meint sie so. Genau so! – Was für eine Kraft hat der christliche Glaube, dass Menschen so etwas sagen können? Was ist es, was Menschen dazu bringt, ihre Perspektive zu ändern?

Was bringt Menschen dazu, Mut und Hoffnung zu verbreiten, obwohl es ihnen selbst körperlich schlecht geht?

Wie kann es sein, dass Menschen etwas tun, obwohl sie genau wissen, dass es ihnen einen Shitstorm einbringen kann, weil es ihnen wichtiger ist, anderen zu helfen?

Dann sitze ich staunend davor und denke „Das hat sie gerade nicht gesagt!“ oder „Das hat er gerade nicht getan!“

Es gibt nur eine mögliche Antwort: Sie tun bzw. sagen es, weil sie Gottes Liebe erfahren haben. Es ist eine Liebe, die trägt. Sie reicht aus.

Sie reicht aus, wenn sämtliche Facebook-Sprüche versagen, gutgemeintes Schulterklopfen von Freunden nicht mehr trägt, wenn es unsinnig scheint, noch Hoffnung zu haben.

Es ist eine persönliche Erfahrung mit demliebenden Gott.

Es ist die Erfahrung, die Hiob dazu bringt zu sagen „Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen!“ (Hiob 42,5)

Diese Erfahrung wünsche ich jedem von uns! – Amen.

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