„Du bist nicht der Bestimmer!“

Vor einigen Jahren war ich für zwei kleine Mädchen die Babysitterin. Als ich die Beiden ins Bett brachte, machte ich klare Ansagen. Darauf meinte die Jüngere empört „Du bist nicht der Bestimmer!“ Ich musste die Kleene enttäuschen: Doch, bin ich!

Wer macht die Ansagen in meinem Leben? Wer ist mein Bestimmer?

Ich kann sehr aufmüpfig sein. Besonders dann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich manipuliert werden soll oder dass mir jemand weismachen will. Dann reagiere ich skeptisch. Mir ist es wichtig, das Zepter in der Hand zu behalten. Ich bin der Chef! Ich mache die Ansagen!

Doch hat mich die Pandemie gelehrt, dass es nicht immer danach geht, was ich möchte. Ich erlebte/ erlebe eine nicht gekannte Hilfslosigkeit. Mein Bewegungsradius wird immer mehr eingeschränkt, meine Arbeit darf ich nicht ausüben.

Wer bestimmt nun? Frau Merkel? Oder Herr Steinmeier? Ich selbst?  

Da fällt mir etwas ein, lange her. In Frankreich, in einer kleinen Kirche, in Notré Dame da Mare, wenn ich mich richtig erinnere: „Jesus, ich geb‘ dir mein Leben!“ war mein gedachtes Gebet. Keiner von den anderen aus der Gruppe hat es mitbekommen. Mir war es ernst. Ist es heute noch! Gott ist mein Bestimmer! Gott ist derjenige, der mich an die Hand nimmt. Er „ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23, 1)

Er ist auch jetzt mit mir, mittendrin in der Krise. Auch wenn es mir selbst schwerfällt, daran fest zu halten.

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43, 1) – Das ist ein Satz, den kein Mensch sagen kann. Ich bin frei gegenüber Menschen, doch gehöre ich zu Gott. Das heißt aber nicht, dass Frau Merkel mir nichts zu sagen hat. Es gibt eine Bibelstelle, die unangenehm ist, an die ich mich auch erinnern muss: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet. ²Darum: Wer sich der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Anordnung; die ihr aber widerstreben, werden ihr Urteil empfangen.“ (Römer 13, 1 bis 2) Das ist ein schwieriger Vers, den ich mir die nächsten Tage genauer anschauen möchte.  – Ich bin nicht mit allen verordneten Maßnahmen einverstanden. So manche Regel erscheint mir unlogisch. Aber trotzdem versuche ich, soweit ich es kann, die Regeln einzuhalten.

Ich denke nicht, dass es hier um blinden Gehorsam geht. Aber, wie geschrieben, ich werde noch weiter darüber nachdenken.

Trotzdem steht für mich fest, dass Gott mein Herr ist. Wenn ich zu Ihm gehöre, dann wird er auch für mich sorgen. So hat er es auch einen Vers nach „…; du bist mein!“ versprochen „Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. „ (Jesaja 43, 2) Deswegen kann ich wieder ruhig werden und sein in diesen unruhigen Zeiten! Deswegen kann ich wieder Hoffnung schöpfen, auch, wenn ein Lockdown den anderen jagt.

Denn er ist „mein Herr und mein Gott!“ (Johannes 20, 28)

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