Mögest du leben!

Ich wünsche noch ein gesegnetes und friedvolles Neues Jahr!

Schwierig, etwas zu schreiben, wenn gerade wieder der Lockdown verschärft wurde. Doch je schärfer die Maßnahmen werden, umso mulmiger wird mir. Nicht, weil ich irgendeine Verschwörung vermute oder die genommenen Freiheiten so wichtig sind. Es ist nur, dass eine innere leise Stimme immer lauter wird „Hier stimmt was nicht!“. Seit Monaten starren wir auf Zahlen, wie das Kaninchen auf die Schlange. Wir lassen uns von der Angst beherrschen und unser Denken und Reden kennt nur noch ein Thema. Es dauert nicht mehr lange, dann beten wir die Impfung wie einen Gott an. – Nicht falsch verstehen! Ich werde mich, sobald ich dran bin, impfen lassen. Doch ist die Frage: Von wem oder was lasse ich mich beherrschen? Schon vor der Pandemie bin ich innerlich zusammengezuckt, wenn einem Geburtstagskind Gesundheit gewünscht wurde, denn „Gesundheit ist nun mal das Wichtigste“! –  Ist sie das?

Wir, im westlichen Kulturkreis verbinden mit Gesundheit Freiheit: Reisen, Freizeitgestaltung und das Umsetzen von Projekten, alles nur halb so schön, wenn man nicht gesund ist.  

U. a. in Südamerika, den USA und auf Mallorca sollen Menschen wegen der Corona – Schutzmaßnahmen bereits hungern. Was für ein Sinn macht es, Menschen vor einer Krankheit zu schützen und sie deswegen dem Tod durch Verhungern preis zu geben?

Was ist eigentlich mit all den anderen Krankheiten, die auch tödlich sind? Letztes Jahr gab es in meiner Familie zwei Todesfälle. Eine andere Krankheit hat schnell und unbarmherzig zugeschlagen. Der Virus hätte sich sehr beeilen müssen…

Wir konzentrieren uns auf eine Krankheit und verlieren andere Dinge, die mindestens genauso wichtig sind, aus dem Fokus.

„Gesundheit zuerst!“ oder auch „America first!“ – Merkt Ihr was? Wo bleibt Gott in diesen Ansagen? Sollte nicht Gott an erster Stelle stehen?

Wir fürchten uns vor Ansteckung. Nichts scheint mehr sicher.

Christen, die die Politik der derzeitigen Regierung infrage stellen, proklamieren regelmäßig Apostelgeschichte 5, 29 „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ – Hat Gott denn befohlen, dass wir uns fürchten sollen?

Würde der moderne Mensch einem aus dem Alten Ägypten erklären, dass die Gesundheit das Wichtigste sei, würde der diesen verständnislos anschauen – und dann weiter am Grab seines Herrn bauen. Für diese Kultur war nämlich das Weiterleben im Jenseits immens wichtig. Es war ihnen klar, dass sie nicht unsterblich sind. Aber nach dem Tod wollten sie weiterleben und das möglichst gut. Deswegen die Mumifizierung, die reich verzierten Gräber und all die mythisch anmutenden Papyri.

Dadurch, dass wir im reichen Europa bereits zu Lebzeiten unser kleines Paradies erschaffen, denken wir nicht mehr daran, für dasjenige nach unserem Tod zu sorgen. Wir sind besorgt über das Leben vor dem Tod und haben das Leben nach dem Tod aus den Augen verloren.

Nicht nur das, wir verlieren auch denjenigen aus den Augen, der das Leben ist: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14,6) sagt Jesus von sich selbst. Dazu verspricht er uns auch ein erfülltes Leben „…; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ (Johannes 10,10)

Er möchte uns das Leben sein. Vielleicht heißt es nicht, dass uns keine Krankheit trifft, aber es heißt, dass wir eine Hoffnung auf das ewige Leben haben! Das ist eine Hoffnung, die die Zahlen vom RKI zurück an den eigentlichen Platz bringt und Jesus selbst wieder in den Fokus! Es ist die Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, sondern es nur die Rückkehr in die Heimat ist!

In Gedanken sind wir weg vom altägyptischen Grab. Der Arbeiter ruft uns noch den damals üblichen Gruß hinterher „Mögest du leben, heil und gesund sein!“ Es klingt nach der richtigen Reihenfolge. Wie schön es auch ist, gesund zu bleiben, verlieren wir doch nicht Jesus, das Leben selbst aus den Augen! Denn das ist es doch, was Christ-Sein ausmacht.

Amen.

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