„Der Herr ist mein Teil!, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.“ (Klagelieder 3, 24)

Diese Traubenhyazinthe hat sich auf meinem Balkon selbst ausgesät. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für mich.

Ich werde nicht aufhören, über Hoffnung zu schreiben. Wie viele von uns spüre ich, wie zerbrechlich unser Leben ist. Vieles von dem, was vor kurzem noch selbstverständlich schien, geht nicht mehr. Arbeit, soziale Kontakte, Hobbys pflegen – all das ist nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die Informationen sind spärlich und nicht immer zuverlässig.

Und doch! Ich gebe nicht auf! In mir ist noch immer Hoffnung. Ich habe meinen Gott als großartigen Gott erlebt. Er hat schwierige Zeiten in meinem Leben zugelassen. Aber im Rückblick waren es die Zeiten, die mich reifer gemacht haben. Ich habe in diesen Zeiten wichtige Lektionen gelernt.

Als ich von verschiedenen Christen in diversen Gemeinden schmerzhaft enttäuscht wurde, habe ich fast meinen Glauben verloren. Ich habe mich von christlichen Gemeinden zurückgezogen. In dieser Zeit hat Gott mich an die Hand genommen. Mir wurde bewusst, dass ich meinen Glauben von Menschen abhängig gemacht habe. Ich habe die Predigten der Pastoren ungeprüft hingenommen. Bis ich dann erlebt habe, dass Pastoren durchaus Charakterschwächen haben können.

Während meines Rückzugs habe ich begonnen, mich mit christlicher Mystik zu beschäftigen. Ich habe plötzlich einen neuen und für mich spannenden Zugang zu Gott gefunden. Auch entdeckte und entdecke ich die Bibel neu. Ich habe sie vorher auch gelesen, aber seitdem ich mir selbst erlaubt habe, die von Predigern vorgegebenen Denkbahnen zu verlassen, habe ich plötzlich neue Ideen. Manchmal staune ich, welche Interpretationen jenseits der üblichen Pfade möglich sind.

All das hätte ich nicht, wäre ich nicht in diese Glaubenskrise geraten.

Im Moment erlebe ich persönlich eine Hilfslosigkeit. Es macht mich demütig. Die äußeren Sicherheiten sind weg. Ich weiß nicht, wie es nach der Krise mit meiner Selbstständigkeit weiter geht. Aber ich weiß, dass Gott da ist und mich liebt. Er wird für mich sorgen, denn ich bin sein geliebtes Kind.

„Denn der Herr ist mein Teil!, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen!“ (Klagelieder 3,24) Daran halte ich mich. Mein Verstand hilft mir gerade nicht weiter. All die logischen Aussagen der Wissenschaftler bringen mich nur dazu, den Mut zu verlieren. Deswegen höre ich lieber meiner Seele zu. Sie redet mir davon, dass jenseits aller pessimistischen Prognosen, es Hoffnung gibt. Gott ist immer noch größer als ein Virus. Sein Friede ist „höher als alle Vernunft“! (Philipper 4,7)

Daran glaube ich. Daran halte ich mich fest. Deswegen hoffe ich!

Amen!   

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