Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht

Im Moment bin ich ein wenig unruhig, traurig. Mir wird immer wieder schmerzlich bewusst, wie nötig diese Welt Gott braucht. Ich höre von Kinderprostitution im Urlaubsparadies. Bekomme mit, wie Menschen während ihrer Krankschreibung entlassen werden und erfahre, dass das neuerdings rechtens ist. Weil ich mich gewundert habe, warum die Bettler nur uns Europäer angesprochen haben, fragte ich während meines Urlaubs in Asien meine Reiseleiterin deswegen. Sie antwortete, dass die Buddhisten der Meinung seien, dass die Bettler ihre Lage selbst verschuldet hätten. Irgendwann in einem ihrer Vorleben hätten sie schlechtes Karma angesammelt. Deswegen bekämen sie von den Einheimischen keine Hilfe.

Nach wie vor ertrinken im Mittelmeer Flüchtlinge und Obdachlosen wird das Wenige, was sie haben, in der Nacht gestohlen.

Wie oft habe ich es selbst schon erlebt, dass jemand meine Schwächen ausgenutzt hat, um selbst stark zu erscheinen. In sozialen Netzwerken wird diskutiert, dass es nicht sein kann, dass wieder im sozialen Bereich gekürzt wird. Gleichzeitig wird mit dem Finger auf andere gezeigt. „Idiot“ ist noch die netteste Titulierung. Gier, Hass und Neid ist in diesen Netzwerken in Reinform zu sehen. Wieso diese noch „sozial“ genannt werden, ist mir schleierhaft. Innerlich muss ich meiner Staatsbürgerkundelehrerin Recht geben: Kapitalismus bedeutet Leid für Viele für den Profit von Wenigen! Ob es dir passt oder nicht, du musst da mitziehen.

Ich stöhne innerlich auf. Ich wache nachts auf und schaue aus dem Fenster. Irgendwie erwarte ich, dass eine Trompete erschallt. Die, die verkündet, dass jetzt die Welt untergeht. Herr, wie lange noch? Wann kommst du endlich? Wie hältst du das überhaupt noch aus?

Wenn bei einer Bastelarbeit von meinen Kids im Kurs etwas schief läuft, dann streuen sie Glitzer drüber, viel Glitzer! Diese Welt ist keine schief gelaufene Bastelarbeit. Glitzer hilft nicht!

Was hilft?

Ich habe Rückenschmerzen, weil ich mich verhoben habe. Manchmal kommt es mir so vor, als würde ich die Last der Welt tragen. Dieser kaputten Welt, die ich nicht in Ordnung bringen kann. Da fällt mir eine Liedzeile ein: „Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht – Er hört dein Gebet!“

Gebet hilft. Ich kann diese Welt nicht tragen, aber ich kann für sie beten. Leise schiebt sich diese Zeile vom Kopf ins Herz. Gebet hilft! So bete ich. Bete und hoffe gleichzeitig auf den Adventus Domini – die Ankunft des Herrn.

Denn dann wird Gott „abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4)

Amen.

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