„Safe hands“ (Michael Patrick Kelly) vs. “Plan B” (Udo Lindenberg)

Ich habe mir vor Kurzem 2 CDs gekauft. Im Auto höre ich beide dann hintereinander. Mir fällt dabei auf, dass 2 Lieder genau meinen inneren Kampf, den ich gerade durchkämpfe, beschreiben.

Ich bin seit über 20 Jahren Christin, bin glaubensmäßig durch Höhen und Tiefen gegangen. Mal fühlte ich mich Gott nahe, mal war ich gefühlt „an der langen Leine“.

Vor einem guten Jahr war ich kurz davor, meinen Glauben zu verlieren. Heute blicke ich zurück und bin dankbar, dass Gott mich so berührt hat und ich mich nun von Ihm geliebt fühle. Ich spüre, dass es dran ist, mich Gott ganz hinzugeben, in dem Sinne, dass ich Ihm ganz vertraue. Nicht nur, wenn ich mal keinen Parkplatz kriege oder es mir nicht gut geht, sondern immer. Bereit zu sein, mich von Ihm im Tagesablauf unterbrechen zu lassen. Ich rede hier von konsequenter Nachfolge. Davon, mich im Zweifelsfall für den schwereren Weg zu entscheiden und z. B. den anstrengenden Auftraggeber in Liebe anzunehmen, anstatt, wie allgegenwärtig gefordert, Grenzen zu setzen. Ich rede davon, dass ich täglich mein Kreuz trage, indem ich den Anderen höher achte, als mich selbst, mich auch dann nicht zu verteidigen, wenn die Vorwürfe nicht gerecht sind. Das klingt radikal – aber wenn man mal im Neuen Testament genauer liest, dann waren Jesu Forderungen radikal!

Nicht meinem Willen, sondern Gottes Willen folgen, das klingt sehr unmodern. Dann doch lieber wie Udo Lindenberg singt in „Plan B“: „Navigator eingestellt/ Werd‘ mein eigener Chef in dieser Welt/ Dass das mal klar ist!“. Das ist doch genau das, was ich will. Im Leben möchte ich mein eigener Chef sein! Ich singe hier gerne mit! Dabei habe ich regelmäßig all die Leute vor meinen Augen, die sich einmischen wollten und leider auch eingemischt haben. Wie oft wurde mir von Leuten erzählt, wie ich zu sein hätte oder dass ich, so wie ich bin, nicht richtig bin. Denen singe ich mit Udo „Ich werde mich nicht ändern/ Werd‘ kein anderer mehr sein/ Weil’s eh schon schwer genug ist/ Einfach nur ich zu sein!“

Doch dann bei längeren Autofahrten, kommt ein Lied von Michael Patrick Kelly „Safe hands“. “…cos with you is my witness/ you make me wanna be a better man” (“Du als mein Fürsprecher/ du machst, dass ich ein besserer Mann sein will“ – Übersetzung nach www. songtexte.com)

Plötzlich klingt das „Ich werde mich nicht ändern!“ nicht mehr trotzig, sondern nur noch kleinlaut. Denn ich habe das auch erlebt:  “i can be fearless/ you make me believe in a bigger plan/ cos when i am with you/ i know that i am in safe hands” („Ich kann furchtlos sein/ Du machst, dass ich an einen größeren Plan glaube/ Weil wenn ich mit dir bin/ Weiß ich, dass ich in sicheren Händen bin.“ – Seit ich erfahren habe, wie sehr mich Gott liebt, fühle ich mich wirklich geborgen. Egal, was andere mir sagen, Gott liebt mich. Bei Ihm bin ich richtig!

„Will kein anderer mehr sein!“ – Andererseits, kann ich Gott wirklich vertrauen? Ich kann doch mein Ding machen. Es reicht doch sicher, wenn ich bloß ein Fan von Jesus bin, oder?

„You make me wanna be a better woman“ – Jesus verteilt keine Autogrammkarten! Von Fan sein, war nie die Rede! „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.“ (Lukas 9, 23 +24) Ich möchte dieses Leben!

„Hey Baby, ich sag goodbye/ Mit der Lebensänderungsschneiderei/ Ich bin doch kein Schnarcho!“ – Nein, ich bin kein Schnarcho! Ich habe die Nase voll von den Leuten, die es besser wissen, es aber selbst nicht besser machen! Ich möchte leben! Ich möchte MEIN Leben leben!

„you make me believe in a bigger plan/ cos when i am with you/ i know that i am in safe hands” – Habe ich wirklich mein Leben in der Hand? Habe ich es nicht oft genug erlebt, dass mein guter Plan nicht funktionierte und Gottes Plan stattdessen viel besser war? Du möchtest also leben. Jesus sagt „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14,6) Wenn du also leben willst, dann vertraue dem, der das Leben ist!

„Konsequenz hat einen Namen/ Und der fängt mit U an!“ – Jo, mein Reden! Ganz konsequent werde ich nur noch auf mich hören! Mit erhobenem Haupt stehe ich vor den Menschen. Ich lasse mir nicht mehr reinreden! Wer es trotzdem versucht, kann mich mal – am Mors kleien!

                                               „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein!“ – Wo kommt diese sanfte Stimme plötzlich her? Wer mischt sich ein, in mein inneres Selbstgespräch? Bist du das, Herr? Wieso bin ich dir so wichtig? Wieso ist es dir nicht egal, wie ich lebe und was ich aus meinem Leben mache? Du schaust mich ruhig an und breitest deine Arme aus. Deine Hände sind durchbohrt. Ich verstumme. Mein Selbstgespräch verstummt. Ich werde ruhig. Ich gehe vor dir auf die Knie. Doch du hebst mich auf und nimmst mich in den Arm. Bei dir bin ich geborgen. Mir ist, als hätte ich ein Schwert fallen gelassen. Ich höre noch, wie das Metall zu Boden fällt. Die Kämpfe haben aufgehört.

Gott sei Dank!     

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