Der Schmerz Gottes

Heute beschäftigt mich ein Thema, über das selten bis nie gepredigt wird: Der Schmerz Gottes.

Eine der schwierigsten Lektionen während meiner aktiven Zeit als Krankenschwester war: nicht zu helfen! Ich habe das Wissen, den Willen und die praktische Erfahrung, um Menschen bei den täglichen Dingen helfen zu können. Allein, wenn sie es nicht wollen, sind mir die Hände gebunden.

Während meiner Einsätze in der ambulanten Pflege betreute ich u. a. eine alkoholkranke Frau. Täglich fuhr ich hin und bot ihr an, ihr bei der Körperpflege zu helfen. Sie lehnte regelmäßig ab und mir blieb nichts anderes übrig, als zu dokumentieren: „Pat. lehnt Körperpflege ab.“ Das war schwer für mich zu ertragen. Es ging mir nicht nur um den unangenehmen Körpergeruch, sondern vor allem um die abgelehnte Hilfe. Eines Tages stand sie in der Badewanne und schaute aus dem Fenster. Da gingen die Pferde mit mir durch. Ich ließ kurzerhand Wasser ein, zog sie vorher unter Protest aus und badete sie. Ich redete auf sie ein, dass es gut wäre. Wie sehr ich sie auch wusch, der Dreck ging nicht ab. Ich hätte sie regelrecht einweichen müssen, um den vernachlässigten Körper sauber zu bekommen. Sie war nicht sauber und ich habe Grenzen überschritten. Ich kann von Glück sagen, dass sie mich nicht angezeigt hat.

Wenn ich mich heute mit Menschen unterhalte und wir kommen auf den Glauben zu sprechen, sagen mir diese oft „Missionier mich nicht!“. Sie erzählen mir ihren Kummer und oft genug bemerke ich hinter ihrer Fassade ihr Leid, aber von Jesus darf ich ihnen nicht erzählen.

Das tut weh. Aber wie sehr, mag es Gott weh tun? Er könnte für die Menschen viel tun. Er könnte sie an Leib und Seele heilen, ihrem Leben einen Sinn geben, ihnen einen Wert geben. Aber sie lehnen ihn ab. Sie möchten nicht, dass ihre vernachlässigte Seele gewaschen wird. Sie möchten sich ihm nicht anvertrauen, aus Angst vor Kontrollverlust oder weil in der Kindheit falsche Gottesbilder geprägt wurden. Es gibt viele Gründe, warum Gott abgelehnt wird. Nicht selten sind es Menschen, die den Blick auf den liebenden Vater verstellen.

Bitten wir Gott, uns zu verändern, dass wir nicht den Blick verstellen, bitten wir ihn, uns Liebe für die Verlorenen zu schenken. Lasst uns beten für die, die keine Hilfe wollen und sie doch dringend bräuchten und lasst uns den Heiligen Geist bitten, uns zu zeigen, wie wir die Menschen erreichen können.

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