Wo sich Himmel und Erde berühren

Heute ist offiziell der letzte Weihnachtstag. D. h. ich schmücke heute ab und sortiere die Geschenke weg. Als ich den neuen Kalender anhänge, lese ich mir noch einmal den Vers vom letzten Dezember durch: „Ein Missionar des Mittelalters berichtet: Er habe den Punkt gefunden, wo sich Himmel und Erde berühren. Darauf sei ihm der Blick aus der irdischen Himmelsglocke gelungen!“

Mir fällt das Lied von Albert Frey „Zwischen Himmel und Erde“ ein. „Zwischen Himmel und Erde hängst du dort/ Wo die Balken sich kreuzen, ist der Ort/ Wo sich Himmel und Erde trifft in dir/Dort am Kreuz.“ – Mir fällt auch ein, was meine Freundin mich auf dem Weihnachtsmarkt gefragt hat „Warum seid ihr Christen so depressiv?“ Als ich sie fragend anschaute, fuhr sie fort „Naja, ihr hängt euch ein Kreuz um. Das ist ein Folterwerkzeug, damit wurden Menschen getötet! Sowas hängt man sich doch nicht um den Hals! Habt ihr keine schöneren Symbole?“ Hilflos, antwortete ich, dass das Kreuz die Kernaussage des christlichen Glaubens sei. Es war nicht nur der Glühwein, den ich da schon intus hatte. Es machte mich etwas Anderes sprachlos. Es kam mir vor, als hätte jemand den gehüteten Familienschmuck, der nur zu ganz besonderen Anlässen getragen wird, weil er so kostbar ist, als billigen Modeschmuck abgetan. Ja, das Kreuz ist ein Folterwerkzeug. Kein Geringerer als Gottes Sohn ist daran gestorben. Für mich. Damit ich mit Gott leben kann. Nicht nur hier, sondern auch in der Ewigkeit. Kann es etwas Kostbares, etwas Schöneres geben als dieses Kreuz? Kann es etwas Hoffnungsvolleres geben, als die Chance versöhnt mit Gott zu leben? Für mich ist es wieder und wieder unfassbar, dass dieser liebende Gott mit mir zu tun haben möchte. Da schreibt ein Gott mit einem Volk im Nahen Osten seine Geschichte. Plötzlich möchte dieser Gott mit mir persönlich zu tun haben. Ich darf seine Versöhnung annehmen und aus seiner Gnade leben. Ich bin ihm so wichtig, dass er seinen eigenen Sohn sterben lässt, damit ich mit ihm leben kann. Unfassbar! Unfassbar und doch wahr!

Das Kreuz ist der Punkt, an dem sich Himmel und Erde berühren. Das ist der Blick „aus der irdischen Himmelsglocke“. Etwas Schöneres als das Kreuz kenne ich nicht. Amen!

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