„Du kommst nicht vorbei!“ – Was wir Christen von Gandalf lernen können

 

Vor kurzem war ich auf dem Tolkien Thing – dem Treffen der Deutschen Tolkien Gesellschaft und habe mit anderen „Herr der Ringe“ -Fans ein schönes Wochenende erlebt. Heute fiel mir der Autoaufkleber, den ich dort gekauft habe in die Hände : „You shall not pass!“ – Du kommst nicht vorbei! Das ist ein Zitat aus dem ersten Film der „Herr der Ringe“ – Triologie. Gandalf, augenscheinlich ein alter Mann, sieht sich einer bösen personifizierten Macht gegenüber und spricht diesen Satz aus „Du kommst nicht vorbei!“. Gandalf wird von vielen Bewohnern Mittelerdes ( der Welt, in der „Herr der Ringe“ spielt) unterschätzt. Er ist der graue Wanderer, sicherlich alt und weise, aber eigentlich harmlos. Für die fröhlichen und kindlichen Wesen dieser Welt, Hobbits genannt, ist er der Gutmütige, der wunderschöne Feuerwerke zu ihren Festen beisteuert. Und jetzt steht dieser Gutmütige in höchster Gefahr vor dem Bösem und ruft laut und bestimmt „Du kommst nicht vorbei!“ Nachdem es vorübergehend so aussah, als ob er unterliegt, wird später klar, dass er diesen Feind besiegt hat und in die „tiefste Tiefe“ geschleudert hat.
Mir als Fantasy – Fan wird manchmal vorgeworfen, dass ich mich in meine eigene Welt verkrieche, weil die reale mir zu trist ist. Natürlich ist es verlockend, sich in Mittelerde hineinzuträumen. Einmal Heldin sein, das Schwert schwingen, für das Gute kämpfen, Gefangene befreien – wer will das nicht? Das habe ich aber nicht nötig. Ich muss nicht davon träumen, dass ich Gandalfine bin. Ich bin Christ. Ich habe Vollmacht! Ich habe nicht nur ein Schwert, sondern eine ganze Waffenrüstung zur Verfügung! ( Epheser 6, 14-17) Ich muss nicht im Traum Fantasy – Monster besiegen. Ich habe als Christ das Recht und die Pflicht geistliche Kämpfe zu führen, Ketten zu lösen und Gefangene in die Freiheit Christi zu führen. Mag ja sein, dass ich für die Menschen die Gutmütige bin, die Basteltante für die Kids.
Aber ich habe von Gott Vollmacht verliehen bekommen. Deswegen kann ich mich hinstellen und Satan sagen „Du kommst nicht vorbei!“

2 Kommentare zu „„Du kommst nicht vorbei!“ – Was wir Christen von Gandalf lernen können

  1. Ich als Heidin finde deine Interpetation sehr schön. Zumal die Gestalt des Gandalf der Graue auf Herr Wotan’s Reisegestalt beruht, wenn er auf Midgard (oder hier eben Mittelerde) unterwegs ist. J.R.R. Tolkien war so angetan von unserer Mythologie, daß seine Geschichten ganz intensiv davon inspiriert und durchdrungen sind. Auch der Name „Gandalf“ kommt ja aus der Edda, wenn er auch eigentlich einen Zwerg bezeichnet (wie der Name schon vermuten läßt. Zwerg, Dwarf, Svartalf).
    Wie passend, daß das Treffen als ‚Thing‘ bezeichnet wird, daß wird diesem großartigen Autor gerecht.
    So sind wir mal wieder religionsübergreifend verbunden, Christen und Heidenvolk.

    1. Endlich habe ich wieder Netz und ich kann antworten. Leider habe ich die Edda noch nicht gelesen. Das muss ich dringend nachholen. Aber es ist mir bekannt, dass Tolkien sich davon hat inspirieren lassen.
      Was du ansprichst, diese Verbundenheit von Christen und Heidenvolk: Das ist ja gerade das Schöne in der Deutschen Tolkiengesellschaft (und sicher auch in den Tolkiengesellschaften anderer Länder): hier darf jeder sein, wie er ist. Ich darf Christin sein, der nächste Wicca und der dritte glaubt an das fliegende Spaghettimonster. Auf dem Thing darfst du gewandet rumlaufen oder in „normalen“ Sachen und solltest du eine Gryffindor-Schuluniform tragen oder auf deinem Elebenmantel das Enblem der Sternenflotte sein, dann ist es auch ok.

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