Wanderschuhe

Auf der Liegeschaukel nach dem Wandern, Südtirol

Ich war dieses Jahr wandern mit meiner Freundin. Diese Reise-Freundin hat mich mit ihrem Wanderfaible regelrecht angesteckt. Während der Pandemie waren wir zunächst im Rheingebiet und in der Lüneburger Heide. Da bin ich noch mit Sandalen los oder Turnschuhen. Erst habe ich Blasen an den Füßen bekommen und mit den Turnschuhen bergab noch die Zehennägel mir blau gelaufen. Trotzdem war ich mutig und stimmte meiner Freundin zu, dieses Jahr in Südtirol zu wandern und, weil’s so schön war, noch einmal in der Lüneburger Heide.

Diesmal habe ich mir Wanderschuhe gekauft. Im Ausstatter bin ich über die nachgebauten Wege hoch und runter gelaufen, immer prüfend, ob die Schuhe auch wirklich nicht scheuern. Nach einiger Zeit und guter Beratung habe ich dann meine Schuhe gefunden.

Gleich am ersten Wandertag bin ich im Schuh umgeknickt. Nachdem ich mich wieder gefangen hatte, merkte ich, dass die neuen Schuhe mich gut geschützt haben. Ohne die guten Wanderschuhe wäre das Umknicken ganz anders verlaufen. Im Laufe des Urlaubs wagten wir uns an manchen Aufstieg und auch nicht ganz ungefährlichen Abstieg. Einmal war der Abstieg so steil, dass ich so manches Mal ein Geländer vermisste. Erst am Ende des Weges wies ein Schild darauf hin, dass hier Trittsicherheit gefordert ist. Da merkte ich, dass mir die Schuhe diese Trittsicherheit verliehen.

In der Lüneburger Heide probierte ich kurz andere Schuhe, wechselte aber nach der ersten Blase zurück zu den Wanderschuhen. Wie gewohnt nahm ich jeden Weg und machte auch nicht vor tiefen Pfützen nicht halt.

Zum Ende des Urlaubs wanderten wir eine Route, die an einem Kloster begann. Die dazugehörige Kapelle war offen und wir gingen rein. Da stand ich vor dem Altar. Plötzlich wurde mir etwas klar: Selbst meine tollen Wanderschuhe können mich nicht vor jedem Fehltritt bewahren! Ich kann beim Wandern und im Alltag in die Irre gehen, fallen oder jemanden auf die Füße treten. Gott allein kann mich bewahren. Auch wird Er es nicht immer tun, aber Er wird immer an meiner Seite sein. All die Wege, die ich gehe, sind Ihm nicht verborgen. Er weiß nicht nur, welche Wege ich gehe, sondern auch warum ich sie gehe. Ich bin von Ihm allein abhängig! Nicht die Wanderschuhe tragen mich, sondern mein Gott!

„Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.“ heißt im Psalm 139,3. Das macht mich demütig. Gleichzeitig gibt es mir ein Gefühl von Geborgenheit. Gott ist da! Auch, wenn kein Mensch weit und breit zu sehen ist und auch, wenn keine Kuhglocken mehr zu hören sind. Er ist an meiner Seite! Wow, an was für großartigen Gott glaube ich!

Amen.