Mangel und Schmerz


Gott als Mutter
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Ich schreibe diesen Input für die verlassenen Kinder. Für all diejenigen die mit dem Muttertag und /oder Vatertag nichts anfangen können.

Für diejenigen, die nie eine liebevolle Mutter / einen liebevollen Vater hatten. Aber auch die, deren Mutter oder Vater viel zu früh gestorben ist.

In der Werbung wird gerne propagiert, dass „Mama die Beste!“ ist oder, dass der eigene Vater der „Beste Papa der Welt“ ist.

Im Bekannten- teilweise auch im Freundeskreis höre ich ganz andere Geschichten: von in den Keller sperren, ist da die Rede, von Beschimpfungen alá „Du Verkehrsunfall hast mir mein Leben kaputt gemacht!“ und andere Grausamkeiten.

Als ich mich dafür interessierte, mich zur Pflegemutter ausbilden zu lassen, die im Notfall Kinder aufnimmt, wurde mir erzählt, dass manche Kinder von ihren eigenen Eltern nichts zu essen kriegen. Diese Kinder hamstern häufig Essen bei den Pflegeeltern, weil sie nicht darauf vertrauen, dass sie wieder etwas zu essen bekommen. Ich dachte, ich hör‘ nicht richtig.

Der Mangel an Liebe  und der damit verbundene Schmerz – für beides ist Gott die beste Adresse.

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23,1) Fällt mir als Erstes ein. Nichts! wird mir mangeln! Vermisse ich die Liebe und die Fürsorge in meinem Leben, so kann ich zu Ihm kommen! Er, der Er selbst die Liebe ist! Er ist derjenige, der all die Liebe geben kann, die die leibliche Mutter schuldig blieb „Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarmt über ihren leiblichen Sohn? Selbst wenn sie ihn vergessen sollte – ich will dich nicht vergessen! Siehe, in meine Hände habe ich dich eingezeichnet,…“ (Jesaja 49, 15 und 16)

Du bist auch kein „Verkehrsunfall“, sondern von Gott gewollt und erschaffen. Zu dem Propheten Jeremia sagt Er: „Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; …“( Jer. 1,5). Im Psalm 139 heißt es „Denn du hast meine Nieren gebildet, du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter.“ (Ps 139,13)

Gott geht in seiner Mutterrolle voll auf: „Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen …. Und ich war es doch, der Ephraim gehen lehrte, der sie auf seine Arme nahm. … Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Seilen der Liebe; ich hob ihnen gleichsam das Joch auf vom Kinn und neigte mich zu ihnen, um ihnen Nahrung zu geben.“ (Hosea 11, 1-4) Der Gedanke ist vielleicht verstörend, aber es braucht nicht viel Fantasie, um „ neigte mich zu ihnen, um ihnen Nahrung zu geben“ mit „stillen“ zu übersetzen.

Gott geht auch in seiner Vaterrolle auf. Das Neue Testament ist voll von Hinweisen: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!“ (1. Johannes 3,1)

„Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;“ (Johannes 1, 12)

„Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?“ (Matthäus 6, 26).

Gott möchte für uns alles sein, was wir bedürfen. Brauchen wir eine Mutter, ist Er uns Mutter. Brauchen wir einen Vater, ist Er uns Vater. Brauchen wir einen Freund, dann ist Er uns Freund. Er kann allen Mangel ausfüllen, jeden Schmerz lindern, wenn wir Ihm vertrauen. Es ist die Erfahrung, die jeder machen kann. Es ist die Erfahrung, die ich selbst schon gemacht habe. Bei Gott bin ich geborgen und sicher. Ich kann Ihm mein Leid klagen und Er tröstet mich. „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21, 4)

Amen.

2 Kommentare zu „Mangel und Schmerz

  1. Lieben Dank
    für deine Worte und den Fokus, wie die Ermutigung.
    Ermutigung, welche wir derzeit sehr gut gebrauchen können.

    Passend dazu fällt mir eine weitere Bibelstelle ein,
    welche sehr gut hierein paßt und dazu noch einen weiteren Aspekt „in petto“ hat:

    „Wie oft habe ich deine [meine] Kinder versammeln wollen,
    wie eine Henne sammelt ihre Küken unter ihre Flügel;
    und ihr habt nicht gewollt!“
    Mt. 23, 37b

    Danke nochmals und alles Liebe,
    Raphael.

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